Schavan bewirbt sich um Bundestagsmandat: Schavan lässt Baustellen zurück

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gratuliert Kultusministerin Annette Schavan zu ihrer aussichtsreichen Kandidatur für den Bundestag, sieht aber schwierige Zeiten auf die Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg zukommen.

27.05.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Annette Schavan hat in fast zehn Jahren als Kultusministerin viel bewegt. Wenn sie im September nach Berlin gehen sollte, hinterlässt sie in den Schulen allerdings zahlreiche Baustellen, die nicht solide geplant und finanziert sind. Es ist zu befürchten, dass die Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler die Folgen der vielen unausgegorenen Projekte ausbaden müssen", sagte am Freitag (27.05.) in Stuttgart der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem.

Schavan hat in einem Brief an ihren CDU-Kreisverband mitgeteilt, dass sie für den Bundestag kandidieren werde. Die GEW begrüßt, dass endlich die Zukunftspläne Schavans geklärt sind. "Das vergangene Jahr war davon geprägt, dass jedes Projekt im Kultusministerium gleichzeitig eine Bewerbungsrede der Ministerin für höhere Ämter werden musste. Jetzt besteht die Chance, dass die Bildungspolitik im Südwesten statt Schlagzeilen wieder seriöse pädagogische Konzepte produzieren kann", so Dahlem.

Auf die/den zukünftige/n Kultusminister/in in Baden-Württemberg sieht die GEW große Herausforderungen zukommen. "Unter Schavan ist zwar Bewegung in die Bildungslandschaft gekommen. Ihre Reformen hat sie allerdings auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer eingeführt, deren Arbeitsbedingungen sich seit 1995 verschlechtert haben. Schavans Nachfolgerin oder Nachfolger müssen das verloren gegangene Vertrauen der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern zurück gewinnen und wieder eine offene Dialog-Kultur einführen", sagte Dahlem.

Ressourcen sichern - freiwerdende Lehrer/innenstellen nutzen

Die GEW erwartet von einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin vor allem die Sicherung der Ressourcen für die Schulen in den nächsten 15 Jahren. "Es ist das Verdienst von Schavan, dass in Baden-Württemberg im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern in den vergangenen Jahren neue Stellen geschaffen wurden. In Zukunft wird es darum gehen, dass bei zurückgehenden Schülerzahlen der größte Teil der freiwerdenden Stellen für die Verbesserung der Unterrichtsversorgung und pädagogische Verbesserungen genutzt und nicht gestrichen wird", so Dahlem.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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