Sieber würdigt Häusser als Wegbereiter der zeitgenössischen Fotografie

Kunststaatssekretär Michael Sieber (MdL) hat die Arbeiten des Fotografen Robert Häusser gewürdigt. "Robert Häusser ist ein Wegbereiter der zeitgenössischen Fotografie und gehört zu den wenigen international anerkannten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit. Häusser nimmt Stimmungen und Aussagen wahr, die neben der sichtbaren Realität existieren, und bannt diese in seinen Aufnahmen. Die inhaltliche Bildaussage ist neben der hohen Ästhetik seiner Arbeiten eine wichtige Komponente seiner Kunst", sagte Sieber im Vorfeld der Eröffnung der Ausstellung "Robert Häusser - Aus dem photographischen Werk 1938 bis 2004", die bis zum 27. Februar in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen ist.

05.11.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Staatssekretär Sieber, der die Ausstellung am 7. November eröffnet, dankte dem Fotografen, der seinen Lebensmittelpunkt vor rund 50 Jahren nach Mannheim verlegt hat. "Damit weist ein Teil der Arbeiten von Robert Häusser einen unmittelbaren Bezug zu unserem Bundesland auf." Die Stadt Mannheim habe es verstanden, einen national und international renommierten Fotografen seit den frühen 1950er-Jahren für öffentliche Aufträge zu gewinnen. Sie habe ihn damit erfolgreich an das Land und an die Region gebunden. "Robert Häusser ist mit seinen weltweit gezeigten Werken ein wichtiger Botschafter für die Bundesrepublik, für Baden-Württemberg und nicht zuletzt für die Stadt Mannheim. Ich denke besonders an die Fotostrecke über Kunst im öffentlichen Raum der Bundesrepublik. Sie entstand Anfang der 1980er-Jahre im Auftrag der Nationalgalerie Berlin und des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Der daraus zusammen gestellte Bildband 'Kunst - Landschaft - Architektur - Architekturbezogene Kunst in der Bundesrepublik Deutschland' ist schnell zu einem Sammlerstück avanciert. Die zu diesem Thema veranstaltete Ausstellung wurde in 19 Ländern Europas, Asiens und Südamerikas gezeigt."

Der Staatssekretär unterstrich darüber hinaus die Bedeutung Robert Häussers als Lehrer und Berater. "Für unzählige Künstlerinnen und Künstler der verschiedenen Gattungen bilden die Arbeiten Robert Häussers eine wichtige Inspirationsquelle. Er hat sehr viele begabte Fotografen beraten und mit seiner Fürsprache jungen Talenten zu Ausbildungen und Karrieren verholfen."

Robert Häusser wurde am 8. November 1924 in Stuttgart geboren. Seine Ausbildung als Fotograf absolvierte er Anfang der 40er-Jahre. Nach Militärdienst und Gefangenschaft ließ sich Häusser in der Mark Brandenburg als Bauer nieder. Von 1948 an widmete er sich erneut der Fotografie und wurde zunehmend bekannt. Nach Auseinandersetzungen mit den Behörden in der DDR floh er 1952 mit seiner Familie in den Westen, wo er sich eine neue Existenz aufbaute.

Robert Häusser erhielt für seine künstlerische Arbeit 1985 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche Ehrungen und Preise folgten, unter anderem der Internationale Preis für Fotografie der Erna and Viktor Hasselblad-Foundation, Schweden, im Jahr 1995. Dieser ist der höchst dotierte Preis für Fotografie und gilt als "Nobelpreis der Fotografie".


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