Silvia Bächli und Rolf-Gunter Dienst erhalten den Hans-Thoma-Preis 2007

Der Hans-Thoma-Preis 2007 des Landes Baden-Württemberg geht an die Künstler Silvia Bächli und Rolf-Gunter Dienst. Dies teilte Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk am 12. Juli in Stuttgart mit. Die Preisverleihung findet am 12. August in Bernau im Schwarzwald statt. Gleichzeitig wird die Preisträgerausstellung im dortigen Hans-Thoma-Kunstmuseum eröffnet. Zur Ausstellung erscheinen zwei Kataloge, die von der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden herausgegeben werden.

12.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Die mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde zu gleichen Teilen Rolf-Gunter Dienst in Anerkennung für sein Lebenswerk und Silvia Bächli für die dynamische Entwicklung ihres zeichnerischen Werks zugesprochen. "Beide Künstler haben ein großes Renommee und sind mit Baden-Württemberg seit langem eng verbunden. Die Entscheidung, den Preis in diesem Jahr zu teilen, belegt die große künstlerische Dichte im Land", so Staatssekretär Birk.

Birk stellte die Pluralität der Förderpraxis als wesentliches Prinzip der baden-württembergischen Kunstförderung heraus. "Einen Schwerpunkt bildet die individuelle Künstlerförderung. Hierzu gehört ganz wesentlich der Hans-Thoma-Preis als Auszeichnung für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Kunst. Weitere wichtige Bestandteile sind Förderankäufe und ein differenziertes Stipendiensystem, insbesondere für jüngere Künstlerinnen und Künstler."

Der 1949 zu Ehren des Malers, Akademie- und Galeriedirektors Hans Thoma gestiftete Preis ist der große Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württem-berg. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einer Ausstellung zum Werk des Preisträgers und der Herausgabe eines Kataloges verbunden.

Ausgezeichnet werden bildende Künstlerinnen oder Künstler, deren Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst darstellt. Dabei sollen sie überregionale Anerkennung gefunden haben und ein anerkanntes Lebenswerk nachweisen können. Die Preisträger müssen in Baden-Württemberg geboren sein oder einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens im Land haben.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen Otto Dix, Anselm Kiefer, K.R.H. Sonderborg, Dieter Krieg, Fritz Schwegler, Helmut Dorner, Thomas Ruff und Micha Ullman.

Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury. Mitglieder der Jury 2007 sind Karola Grässlin, Leiterin der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, Dr. Brigitte Reinhardt, Direktorin des Ulmer Museums, Prof. Rolf Bier, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Michael Hübl, Ressortleiter für Kultur der Badischen Neuesten Nachrichten, Prof. Dr. Klaus Schrenk, Direktor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Die Preisträger (in alphabetischer Reihenfolge):

Silvia Bächli

Stellvertretend für die Jury führte Prof. Rolf Bier zu Silvia Bächli aus: "Mit ihrem umfangreichen zeichnerischen Werk zählt sie zu den einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten ihrer Generation. Frühe Anerkennung hat Silvia Bächli zunächst mit gegenstandsbezogenen klein- und mittelformatigen Zeichnungen gefunden, die unter Verzicht auf erzählerische Elemente existenzielle menschliche Erfahrungen sichtbar werden lassen." Die seit einigen Jahren in der Werkgruppe "Linien" entstandenen 200 x 150 cm großen Zeichnungen strahlten eine eindrucksvolle Präsenz aus und zielten, der Jury zufolge, auf einen zentralen Bereich der Kunst, die Wahrnehmung.

Silvia Bächli wurde 1956 in Baden (Schweiz) geboren und hat an der Schule für Gestaltung Basel sowie an der Ecole supérieure d´art visuel Genf studiert. Die in Basel, Karlsruhe und Paris lebende Künstlerin ist seit 1993 Professorin an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Karlsruhe.

Rolf-Gunter Dienst

"Rolf-Gunter Dienst hat in den letzten drei Jahrzehnten ein markantes Werk innerhalb der deutschen Gegenwartskunst geschaffen, das in seiner singulären Erscheinung mit den skripturalen Kürzeln, der linienartigen Gliederung der Bildfläche und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Kolorismus unverwechselbar geworden ist", begründete Prof. Rolf Bier die Entscheidung der Jury. Durch eine eigenwillige Setzung von Farbe, Form und Struktur lote er die Möglichkeiten der Malerei aus und erkunde darüber hinaus in der Zeichnung durch die Modulation des Graphits in komprimierten Kompositionen die individuelle und psychische Verfasstheit künstlerischer Produktion.

Rolf-Gunter Dienst wurde 1942 in Kiel geboren. Von 1966-91 war er Redakteur der Zeitschrift "Das Kunstwerk". Seit 1992 hat der in Baden-Baden, Berlin und Kauffenheim (Elsaß) lebende Künstler eine Professur für freie Grafik und Malerei/ Objektkunst an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg inne.

Weitere Informationen: www.mwk.baden-wuerttemberg.de und www.hans-thoma-museum.de


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