"Tag der Demokraten"

Seit 1990 versuchen rechtsextreme Kreise und Neonazis das Gedenken am Volkstrauertag zur Verklärung des Kampfes einiger Wehrmachts- und SS-Einheiten im April 1945 zu missbrauchen. Sie wollen den Waldfriedhof in Halbe zu einem Heldenfriedhof stilisieren und ihm eine besondere Symbolkraft für ihre antidemokratischen und nationalistischen Bestrebungen geben.

07.11.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Wir in Brandenburg können und wollen das nicht hinnehmen. Erst recht nicht in diesem Jahr, in dem sich zum 60. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges jährt. Brandenburg ist ein demokratisches, offenes und tolerantes Land. Brandenburg ist ein Land mit couragierten, zivilgesellschaftlich engagierten Menschen. Das zu zeigen, ist gerade an diesem Tag von großer Bedeutung. Wir überlassen den Volkstrauertag nicht Gruppierungen, die ihn für Kriegverherrlichung und die Verharmlosung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft missbrauchen wollen. Beweisen wir auch in Halbe, was bereits am 5. November in Potsdam erfolgreich gezeigt wurde: Gemeinsam und in großer Vielfalt stellen wir uns den Antidemokraten entgegen!", fordert der Koordinator des Toleranten Brandenburg, Staatssekretär Martin Gorholt, auf. "Die Landeregierung setzt auf eine "Politik der klaren Signale" und unterstützt das bürgerschaftliche Engagement zum "Tag der Demokraten" auch finanziell".

Der Präsident des Landtages Brandenburg, der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge, der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, das örtliche Aktionsbündnis gegen Heldengedenken und Naziaufmärsche in Halbe, das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und die Koordinierungsstelle der Landesregierung Tolerantes Brandenburg laden am 12. November 2005 nach Halbe ein, um zu demonstrieren: wir überlassen diesen Ort nicht den Rechtsextremen.

Ein Aufruf "Setze ein Zeichen" gegen die Bestrebungen all jener, die diesen nationalen Gedenktag zu missbrauchen versuchen, um die Verbrechen der Nationalsozialisten zu verklären und die Opfer für ihre verfassungsfeindlichen Zwecke zu instrumentalisieren, wurde von Künstlern wie Annekathrin Bürger, Andreas Dresen, Manfred Krug, Gerhard Schöne, Paul van Dyk, die Puhdys, die Band 2raumwohnung, von Betrieben wie EKO Stahl und vielen anderen unterzeichnet.

Ablauf 12. November 2005

11.00 Uhr Gedenkveranstaltung auf dem Waldfriedhof in Halbe mit Ministerpräsident Matthias Platzeck
12.30 Uhr Konzert mit Dirk Michaelis, Ulla Meinecke und KARAT auf der Lindenstraße in Halbe

Informationsstände, Lesepodium u.a. mit der Lesung von Briefen von Hinterbliebenen, die sich nach Kriegende beim damaligen Pfarrer Ernst Teichmann nach dem Verbleib ihrer Angehörigen erkundigten, Filmvorführungen von Zeitdokumenten.

Zum Abschluss um ca. 16.30 Uhr bilden die Anwesenden eine Lichterkette von der Lindenstraße bis zur Denkwerkstatt.


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