Tarifabschluss: Erzieherinnen wollen mehr Qualität

Die Erzieherinnen im Öffentlichen Dienst machen sich dafür stark, die mit dem Tarifabschluss vereinbarte halbe Stunde Mehrarbeit zur Steigerung der Qualität in den Kindertageseinrichtungen einzusetzen. "Die 39-Stunden-Woche für alle Beschäftigten ist ein guter Kompromiss. Im Tarifabschluss wurde vereinbart, dass die Arbeitszeiterhöhung nicht zum Stellenabbau verwendet werden kann. Wir brauchen die zusätzliche halbe Stunde, um die mit dem Orientierungsplan verbundenen neuen Anforderungen besser umsetzen zu können. Eine bessere Förderung der Kinder wird nur gelingen, wenn es mehr Zeit für Absprachen, Fortbildung und konzeptionelles Arbeiten gibt", sagte am Mittwoch (12.04.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

13.04.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW setzt sich dafür ein, dass bei Kommunen, in denen Dienstvereinbarungen über die Regelung der Vor- und Nachbereitungszeit bestehen, die Verlängerung der Arbeitszeit nicht einseitig ohne Beteiligung des Personalrats für längere Öffnungszeiten genutzt wird. Dort, wo es noch keine zufrieden stellende Regelungen für Vor- und Nachbereitungszeiten gibt, soll die halbe Stunde dafür zur Verfügung gestellt werden. Expert/innen empfehlen, dass mindestens sechs Stunden der Gesamtarbeitszeit beziehungsweise mindestens 20 Prozent für Vor- und Nachbereitung eingesetzt werden.

Die GEW verlangt als nächsten Schritt eine bessere Bezahlung der Erzieher/innen. "In der Auseinandersetzung zum Tarifvertrag zur Regelung der Arbeitszeit haben die Erzieherinnen eine tragende Rolle gespielt. Dieses Potenzial werden wir nutzen, um eine bessere Eingruppierung von Erzieherinnen zu erreichen", so Dahlem. Die Verhandlungen zur Entgeltordnung sollen bis Jahresende 2006 abgeschlossen sein. Die geplante Grundeingruppierung einer staatlich ausgebildeten Erzieherin in Entgeltgruppe 6, Stufe 2, würde für diese ein Monatsgehalt von nur 1.960 Euro brutto bedeuten.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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