Tübinger Mediziner erhält Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Der Direktor des Tübinger Klinikums für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Prof. Dr. Dietrich Niethammer, hat das Bundesverdienstkreuz 1. Klasser verliehen bekommen. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg überreichte ihm die hohe Auszeichnung am 4. März in Tübingen. Gewürdigt wurde vor allem sein Engagement und seine Arbeiten auf dem Gebiet der Kinderheilkunde.

04.03.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Prof. Niethammer gilt als einer der Pioniere in der Pädiatrie. Bereits während seiner Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde in Ulm war er maßgeblich am Aufbau der dortigen Abteilung für Kinderonkologie beteiligt. 1975 führte er eine der ersten Knochenmarktransplantationen bei einem Kind mit einer Blutbildungsstörung in Deutschland durch", erklärte Frankenberg. Es sei Prof. Niethammer zu verdanken, dass gegenwärtig fast jedes Kind, das eine Knochenmarks- und Stammzelltransplantation benötige, auch behandelt werden könne. Die Tübinger Universitätsklinik habe sich daher einen Ruf als eines der renommiertesten Transplantationszentren in Deutschland und Europa aufbauen können.

"Prof. Niethammer erkannte als einer der ersten Onkologen, wie wichtig der aufrichtige Umgang mit Patienten im Kindesalter ist. Die Verpflichtung zur 'ärztlichen Wahrheit' erfordert es, auch in den Fällen, in denen die Lebenserwartung gering ist, das Vertrauen des kleinen Patienten nicht durch Beschönigung der Situation zu verletzen", sagte Frankenberg weiter. "Dieses anfänglich von vielen Kollegen angefeindete Konzept ist heute fester Bestandteil der Betreuung chronisch kranker und sterbender Kinder - ein großer Fortschritt bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter." Vorbildlich sei auch das Engagement von Prof. Niethammer im Zusammenhang mit der Betreuung der Eltern und Geschwister der Erkrankten. "Nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch der psychosoziale Beistand ist überlebensnotwendig, wenn die Erkrankung eines Kindes den Lebensentwurf der gesamten Familie in Frage stellt. Dietrich Niethammer hat dies nachdrücklich vertreten, unter anderem als Gründungssprecher der Psychosozialen Arbeitsgruppe der Pädiatrischen Hämatologie der Bundesrepublik Deutschland."

Neben diesen fachlichen Verdiensten würdigte der Minister auch das Engagement des Tübinger Mediziners in der Hochschulpolitik: Niethammer war Dekan, Prodekan, Wahlmitglied und Vorsitzender des Großen Senats sowie Mitglied im Hochschulrat der Universität Tübingen. Er war Mitglied des Wissenschaftsrates und Vorsitzender des dortigen Medizinausschusses. Unter seiner Federführung sind die "Empfehlungen zu forschungs- und lehrförderlichen Strukturen in der Universitätsmedizin" vom Wissenschaftsrat verabschiedet worden. Diese Schrift beinhaltet eine Fülle von Anregungen zu allen aktuellen Themen der Hochschulmedizin, zum Beispiel zu den Gebieten Arbeitszeitregelung, Berufungsverhandlungen und Trennungsrechnung der Universitätsklinika.


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