Unterrichtsausfall ist hausgemacht

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt vor, die Vertretungsreserve an den Schulen auf 4.000 Stellen auszubau-en. "Schülerinnen und Schüler sowie Eltern beklagen zurecht ausfallende Stunden. Dieser Unterrichtsausfall ist im Kultusministerium hausgemacht, denn seit 1990 hat sich die Schüler-Lehrer-Relation in Baden-Württemberg ständig verschlechtert. Auch der Ausbau der Lehrerreserve auf 795 Stellen ist zu Lasten der regulären Unterrichtsversorgung gegan-gen und gleichzeitig wurden die Mittel für Krankheitsvertretungen stark gekürzt", sagte am Dienstag in Stuttgart der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem.

14.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Der Bildungsforscher Klaus Klemm hat in der Lehrerbedarfsprognose 2015 für Baden-Württemberg errechnet, dass für eine Sicherung des Unterrichts eine ständige Lehrerreserve von 5 Prozent aller Stellen notwendig wäre. "Die im Kultusministerium angestrebten 1.500 Stellen reichen bei weitem nicht aus. Angesichts der leeren Kassen wäre es allerdings schon ein Erfolg, wenn die Landesregierung bei zurückgehenden Schülerzahlen auf die Streichung von Lehrerstellen verzichtet und diese für pädagogische Verbesserungen und einen Ausbau der Lehrerreserve auf 4.000 Stellen nutzt", so Dahlem.

Der GEW-Chef vermutet, dass die seit langem geplante flächendeckende elektronische Schulstatistik bewusst erst im Herbst 2006 nach der Landtagswahl eingeführt werden soll. "Dass Unterricht ausfällt, weil Lehrerinnen und Lehrer krank werden, hat auch mit den schlechten Arbeitsbedingungen in unseren vollen Klassenzimmern und engen Schulhäusern zu tun. Wir brauchen die Unterstützung der Eltern, die sich mit uns im Vorfeld der Landtagswahl für konkrete Zusagen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung in der Wahlperiode von 2006 bis 2011 einsetzen müssen", sagte Dahlem.

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GEW Baden-Württemberg

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