VBE-Appell 60 Jahre nach dem 8. Mai 1945:

"Nie zuvor in der deutschen Geschichte entsprachen die grundrechtlichen Vorgaben so dem gesellschaftlichen Selbstverständnis und den pädagogischen Idealen der Lehrerinnen und Lehrer", betont der Bundesvorstand des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in seiner Erklärung "60 Jahre danach - der 8. Mai und die Lehrer" und sieht darin zugleich Chance und Verpflichtung, den Lehrerberuf auszufüllen. Deutschland brauche leidenschaftliche Demokraten mit Sensibilität für die Würde des Menschen, für Toleranz ebenso wie für Standfestigkeit und Zivilcourage.

29.04.2005 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Der Bundesvorsitzende des VBE Ludwig Eckinger kritisiert in diesem Zusammenhang Gefahren aktueller Schulentwicklung, zusammenhangloses Wissen anhäufen zu wollen. Eckinger verweist auf die Notwendigkeit, den Rang politischer Bildung aufzuwerten. Schließlich stehe die Bildung und Erziehung zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern im Mittelpunkt schulischer Arbeit.

"Freiheit und Demokratie sind zerbrechliche Güter, sie sind nicht selbstverständlich", heißt es in der Erklärung des VBE-Bundesvorstands. "Hier sind besonders Bildung und Erziehung gefordert. Wenn in unserem Schulwesen immer noch Reste eines undemokratischen Bildungswesens nachwirken können, ist darin ein Auftrag zu sehen, unsere Schulen im Sinne individueller Förderung, sozialer Chancengleichheit und Gerechtigkeit weiterzuentwickeln." Deutschland drohe den schulpolitischen und pädagogischen Anschluss in der Welt zu verlieren, warnt der VBE-Bundesvorstand, dies in einer Phase, in der immer deutlicher werde, dass nur die Bildung als entscheidende Ressource wirtschaftliche Sicherheit und demokratische Freiheit sichern könne.

Die Erklärung des Bundesvorstands mündet in den Appell: "Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 ermahnt uns Lehrerinnen und Lehrer, die Würde und Freiheitsrechte der Menschen immer und uneingeschränkt in den Mittelpunkt unserer beruflichen Arbeit zu stellen. Wir müssen als gesellschaftlich bewusste Pädagoginnen und Pädagogen alles dafür tun, dass sich Phasen unmenschlicher politischer Systeme in Deutschland nicht wiederholen."

Dem Thema "Schule und Gerechtigkeit" war Mitte April auch der diesjährige Deutsche Lehrertag des VBE in Freiburg gewidmet. VBE-Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger hatte sich in Freiburg für eine "konsequente Beseitigung des selektiven Ansatzes im deutschen Bildungssystem" ausgesprochen und betont: "Die Bildung eines jeden muss im Interesse aller liegen. Dadurch zeichnet sich Demokratie aus."


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