Vermittlung von DDR-Geschichte

Der Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Herr Holger Rupprecht, und der Vorsitzende der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e.V., Herr Harald Fiss, unterzeichneten heute in Berlin-Marienfelde eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit.

09.01.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde in Marienfelde in Berlin-Marienfelde, die seit dem 14. April 2005 am authentischen Ort eine Ausstellung zur Flucht im geteilten Deutschland präsentiert, und das Bildungsministerium kooperieren künftig bei Schulprojekten zur DDR-Geschichte, insbesondere zur deutsch-deutschen Fluchtbewegung. Das Bildungsministerium und die Erinnerungsstätte wollen u.a. in der Lehrerfortbildung, bei der Erstellung von Programmen für den Gedenkstättenbesuch und im Projektunterricht zusammenarbeiten. In der Dauerausstellung der Erinnerungsstätte können sich Schülerinnen und Schüler anhand der Biografien und persönlichen Zeugnisse von über 20 Zeitzeugen mit Fluchtgründen, Fluchtwegen und Erfahrungen im Notaufnahmelager beschäftigen.

"Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und der deutschen Teilung im Schulunterricht und in der politischen Bildung halte ich für unerlässlich, da wir mittlerweile eine Schülergeneration haben, die die DDR nicht mehr aus eigener Erfahrung kennt", so Minister Holger Rupprecht. "Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur 'Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der Deutschen Einheit' hat in ihrem Abschlussbericht vom 10. Juni 1998 die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde als Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung eingestuft."

Das Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde wurde nach seiner Einrichtung im Jahr 1953 zum Schauplatz der wechselvollen politischen Geschichte von Ost und West im Kalten Krieg. Rund 1,4 Millionen Menschen passierten bis 1990 das Notaufnahmelager auf ihrem Weg in die Bundesrepublik. Sie machten es zu dem Ort, der wie kein anderer die massenhafte Flucht aus der DDR und die Bereitschaft zur Aufnahme der Ankommenden symbolisierte.

Die Vereinbarung mit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde setzt die Reihe von Kooperationen fort, die das Bildungsministerium seit dem Jahr 2002 mit verschiedenen Institutionen abgeschlossen hat. Ziel dieser Vereinbarungen ist die Unterstützung und Intensivierung der Auseinandersetzung mit dem Thema DDR im Schulunterricht und in Unterrichtsprojekten.


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