Weltweit einmalige Funde bei Großer Landesausstellung

"Die ältesten Kunstwerke der Menschheit sind bei den Ausgrabungen in den Höhlen der Schwäbischen Alb geborgen worden. Ein Großteil dieser weltweit einmaligen Funde kann erstmals bei einer Großen Landesausstellung im Jahr 2009 in Stuttgart gezeigt werden." Dies sagte Kunststaatssekretär Michael Sieber (MdL) am 10. Juni anlässlich einer Pressekonferenz in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis).

10.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Das Urgeschichtliche Museum der Stadt Blaubeuren trägt nach den Worten des Staatssekretärs bereits seit Jahren zur Vermittlung dieser spektakulären Fundstücke bei; mit einer geplanten regionalen Stiftung könne der Bestand des Museums auf Dauer gesichert werden. "Die weitere Vermittlung dieser eiszeitlichen Kunst vor Ort aufgrund bürgerschaftlichen Engagements wäre ein wegweisendes Zeichen für das ganze Land."

Nach "Imperium Romanum" (ab Oktober 2005) wird die nächste Große Landesausstellung des Archäologischen Landesmuseums dem Thema "Eiszeitkunst, Eiszeitkultur" gewidmet sein. Sie wurde, in einem Gesamttableau anderer großer Ausstellungen, im April von der Landesregierung beschlossen. Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst erläuterte nun das Projekt: "Baden-Württemberg zeichnet sich durch einen einmaligen Reichtum an Funden aus der Eiszeit aus. Durch die lange Forschungstradition zu den Höhlen der Schwäbischen Alb und die sehr günstigen Erhaltungsbedingungen hat sich die Region über viele Jahrzehnte zu einem wichtigen Forschungszentrum entwickelt. Die Situation auf der Schwäbischen Alb ist bislang weltweit einmalig in der Vielfalt und Komplexität der Funde aus dieser Zeit." (Sieber)

Die Ausstellung soll nach den Worten des Staatssekretärs "das große öffentliche Interesse an dem Thema nutzen, um auch die internationale Bedeutung Baden-Württembergs als Fundgebiet deutlich zu machen". Die Ausstellung werde die Objekte zusammen mit den Lebensbedingungen, der Umwelt und dem Klima der damaligen Zeit präsentieren sowie mit einem Rahmenprogramm verbinden. Für die Grundfinanzierung der Ausstellung werde das Land 1,73 Mio. Euro bereitstellen. Die Gesamtkosten der Ausstellung dürften bei 2,6 Mio. Euro liegen.

In der Reihe der Großen Landesausstellungen werden herausragende landesgeschichtliche Themen und Ereignisse wissenschaftlich aufbereitet. Die Ergebnisse werden dann in Form großer überregionaler Präsentationen für ein breites Publikum umgesetzt. Zudem bieten die baden-württembergischen Museen seit einigen Jahren Große Sonderaustellungen zu unterschiedlichen publikumsträchtigen Themen.

Große Landesausstellungen der jüngeren Zeit waren etwa die Alamannen-Ausstellung (1997), die Ausstellung "Spätmittelalter am Oberrhein" (2001/2002) und zuletzt die Ausstellung "Alte Klöster - Neue Herren. Säkularisation im deutschen Südwesten 1803", die im Jahr 2003 in Bad Schussenried mehr als 155.000 Besucher in ihren Bann zog. Die letzte Große Sonderausstellung war die überaus erfolgreiche Ausstellung "Hannibal ad portas. Macht und Reichtum Karthagos" (bis Anfang 2005 im Badischen Landesmuseum Karlsruhe). Die nächsten Projekte sind die Große Landesausstellung des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim "Einstein begreifen", die am 17. September eröffnet wird, und die Große Sonderausstellung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe "David Tenieres 1610-1690. Alltag und Vergnügen in Flandern" (ab 5. November).

"Diese beiden besonders attraktiven Ausstellungstypen bilden auch weiterhin einen Schwerpunkt der Kulturpolitik des Landes", betonte Sieber. "Sie sind auch Beispiele dafür, dass die Landesregierung auch in finanziell schwierigen Zeiten in der Kunstpolitik positive Zeichen setzt."


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