Wer Lehrerstellen streicht, spart nicht

Die Bildungsgewerkschaft GEW befürchtet, dass bereits drei Wochen nach der Landtagswahl die ersten Wahlversprechen gebrochen werden könnten.

10.04.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Insbesondere FDP-Politiker sprechen immer wieder davon Lehrerstellen zu streichen. Es ist ein Armutszeugnis, dass den Liberalen in Sachen Bildungspolitik offenbar nicht anderes einfällt. Wir erwarten von Ministerpräsident Oettinger, dass er Wort hält und die rechnerisch freiwerdenden Lehrerstellen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität und für den Ausbau von echten Ganztagsschulen nutzt. Investitionen in Bildung bringen die höchste Rendite. Wer Lehrerstellen streicht, spart nicht", sagte am Montag (10.04.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW erwartet von den Koalitionsverhandlungen auch ein neues übergreifendes Bildungskonzept für 0-10-jährige Kinder. "Die bisherigen Bildungskonzepte der Landesregierung haben nicht in erster Linie die Stärkung der Kinder zum Ziel, sondern bereiten sie auf ein nicht immer kindgerechtes Schulsystem vor. Wir brauchen in Baden-Württemberg keine schulreifen Kinder, sondern kindreife Schulen", sagte Dahlem.

Die GEW verlangt außerdem konkrete Aussagen, wie rechnerisch freiwerdende Lehrerstellen für pädagogische Verbesserungen und die Sicherung der Unterrichtsversorgung genutzt werden sollen. "In den nächsten zehn Jahren werden 38.000 Lehrerinnen und Lehrer pensioniert. Die neue Landesregierung steht vor der Aufgabe, diese Stellen mit gut ausgebildetem Nachwuchs zu besetzen und vor allem einen großen Lehrermangel in den Hauptschulen und Beruflichen Schulen zu verhindern", so Dahlem.

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GEW Baden-Württemberg

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