DKLK-Studie

77% der Kita-Leitungen fühlen sich nicht angemessen durch die Politik wertgeschätzt

Integration von Flüchtlingskindern, Qualitätskonzepte, fehlende Rückendeckung seitens der Politik für Kitaleitungen und zu geringe finanzielle Mittel – das waren die Hauptthemen beim Deutschen Kitaleitungskongress vom 16. – 17. Mai 2017 in Berlin.

18.05.2017 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Kitaleitungskongress (DKLK)
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Kitaleitungen und pädagogische Fachkräfte bekommen immer noch nicht die Anerkennung, die ihnen zusteht. 76% der befragten Kitaleitungen sind weiterhin unzufrieden mit der öffentlichen Wahrnehmung ihrer Tätigkeit, 77% fühlen sich nicht angemessen durch die Politik wertgeschätzt.  Diese sowie weitere hochaktuelle Aussagen präsentiert die repräsentative DKLK Studie (Befragung zur Wertschätzung und Anerkennung von Kitaleitungen) von Wolters Kluwer Deutschland, die unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Ralf Haderlein von der Hochschule Koblenz durchgeführt wurde. „Die DKLK Studie soll die Herausforderungen der Kitaleitungen untersuchen und auf aktuelle Probleme im Kita-Alltag aufmerksam machen“, erklärt Thomas Henseler, Verlagsleiter Kita-Management von Wolters Kluwer Deutschland.

An der DKLK Studie 2017 nahmen über 2.500 Kitaleitungen aus ganz Deutschland teil. Eines zeigte sich bei der Präsentation in Düsseldorf:  Die Bemühungen von Politik, mehr für Kitas zu tun, dürfen nicht abreißen, sondern müssen kontinuierlich und konsequent fortgesetzt werden.  Bürokratie und Personalmangel hindern Leitungskräfte und ihre Teams massiv an einer Verbesserung der Qualität. Fehlende Leitungszeit führt dazu, dass die Verwaltungsarbeit zu Lasten der Kinder-Betreuungszeiten geht.

Die Anforderungen an Kitaleitungskräfte sind im vergangenen Jahr nicht weniger geworden, sie sind im Gegenteil durch die in die Einrichtungen kommenden Kinder mit Fluchthintergrund und deren Familien noch gestiegen. Umso mehr gilt der Aufruf an die Politik, endlich den Worten Taten folgen zu lassen und die notwendigen Investitionen in die Qualität der Kitas – und damit in die Zukunft der Kinder – auf den Weg zu bringen. Die größte Hilfe bei der Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskinder-Problematik erfolgt durch das jeweilige Kita-Team sowie die Leitungskräfte. Noch immer fühlen sich 45% der befragten Kitaleitungen, die bereits erste Erfahrungen mit Flüchtlingskindern haben, nicht ausreichend auf die Herausforderungen vorbereitet.

„Die Herausforderungen, die die Kitas vor dem Hintergrund von Integration, Inklusion und digitalem Wandel zu bewältigen haben, sind enorm. Der DKLK bietet für die Kitaleitungen die Möglichkeit, sich zu all diesen Bereichen einen qualifizierten Input zu holen und über den sog. Tellerrand zu schauen. Aber auch das Netzwerken untereinander ist wichtig und hilfreich für die tägliche Arbeit, d.h. Ideen aufnehmen und weitergeben, wie man für die Bildung und Erziehung von Kindern, trotz unzureichender Rahmenbedingungen, möglichst viel erreichen kann.“, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Die Veranstalter des Deutschen Kitaleitungskongresses begrüßten das ständig wachsende Engagement und möchten die Kitaleitungen darin unterstützen: „Der Deutsche Kitaleitungskongress als größte bundesweite Fortbildungsveranstaltung für Kitaleitungen prägt zunehmend das Berufsbild „Kitaleitung“ in der Öffentlichkeit und lässt die Kitaleitungen Teil eines lebendigen Netzwerks werden, das die Zukunft unserer Kinder mitgestaltet. Unser Ziel ist es, Kitaleitungen mit der DKLK Studie eine Stimme zu geben, die auch an den Stellen wahrgenommen wird, an die sie gerichtet ist. Deshalb freuen wir uns, dass in diesem Jahr mit über 2.500 Befragten noch einmal mehr Kitaleiterinnen und -leiter teilgenommen haben als in den Vorjahren. “, so Thomas Henseler.

Der DKLK ist der zweite in einer Reihe von vier Kongressen, die in diesem Jahr weiterhin noch in Augsburg (27. bis 28. Juni 2017) und nochmals in Berlin (26. bis 27. September 2017) stattfinden.


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