Ahnen: Netzwerk für Sprachförderung - BLK-Modellprojekt zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund startet

" Eine intensive und kontinuierliche Sprachförderung von klein auf ist eine der zentralen Maßnahmen, um die Bildungschancen von Kindern vor allem aus Familien mit Migrationshintergrund zu verbessern. Diese Förderung ist umso effektiver, wenn parallel zu den Kindern auch deren Eltern Unterstützung bei der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse erhalten. Gemeinsam leisten diese Maßnahmen auch einen Beitrag zur Integration und schaffen insgesamt mehr Chancengleichheit für Menschen mit nicht-deutscher Herkunftssprache. Wir wollen daher in Bad Kreuznach ein Sprachfördernetzwerk aufbauen, das Vorbildcharakter haben soll." Das unterstrich Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen bei der Auftaktveranstaltung des Modellprojektes " Vernetzung von Sprachfördermaßnahmen und -institutionen" heute in Bad Kreuznach.

13.09.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Mit diesem Modellvorhaben beteiligen sich die rheinland-pfälzischen Ministerien für Bildung, Frauen und Jugend sowie für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur in Kooperation mit der Stadt Bad Kreuznach an dem Programm der Bund-Länder-Kommission (BLK) für Bildungsplanung und Forschungsförderung " Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig)". Begleitet und unterstützt vom Pädagogischen Zentrum (PZ) des Landes in Bad Kreuznach werden sich fünf Kindertagesstätten (Kindertagesstätte St. Franziskus, Kindertagesstätte Steinkaut, Kindertagesstätte Gensinger Straße, Kindertagesstätte Ilse Staab und die Kindertagesstätte der evangelischen Paulusgemeinde), die Martin-Luther-King-Grundschule und die Grundschule Hofgarten, die Hauptschulen " Ringstraße" und " Am Römerkastell" sowie die Volkshochschule Bad Kreuznach, das Pfarramt für Ausländerarbeit und die Katholische Erwachsenenbildung zu einem Sprachfördernetzwerk zusammenschließen. Ziel des Netzwerkes ist es, ein gemeinsames Konzept für eine systematische und durchgängige Sprachförderung von der Kindertagesstätte bis zum Ende der Schulzeit unter Einbeziehung und Sensibilisierung der Eltern zu entwickeln und umzusetzen.

Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren bereits die Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund in den Kindertagesstätten und in den Schulen, aber auch für Erwachsene in den Weiterbildungseinrichtungen kontinuierlich ausgebaut, sagte die Bildungs- und Jugendministerin. Seit 2002 seien beispielsweise in den Kindertagesstätten insgesamt mehr als 630 Maßnahmen einer gezielten Sprachförderung vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund gefördert worden, allein in diesem Jahr seien es 260 Gruppen mit mehr als 2300 Kindern. Das neue Landesprogramm " Zukunftschance Kinder - Bildung von Anfang an", dessen gesetzliche Grundlagen noch in dieser Woche im Landesparlament erstmals beraten würden, werde die Sprachförderung noch verstärken.

Bei der bisherigen Förderung von Deutschkursen in den Kindertagesstätten habe es bereits eine enge Abstimmung mit den vom Weiterbildungsministerium geförderten Kursen für erwachsene Ausländerinnen und Ausländer verschiedener Weiterbildungsträger gegeben, stellte Doris Ahnen fest. Mit dem gemeinsam entwickelten und in diesem Jahr gestarteten Programm " Deutsch auch zu Hause" werde diese Förderung massiv ausgebaut. Zweck des jetzigen Modellversuchs sei es, den Kreis der Kooperationspartner, die sich in der Sprachförderung und der Elternarbeit engagieren, zu erweitern, und die Abstimmung der Angebote auf konzeptioneller, organisatorischer und inhaltlicher Ebene zu intensivieren. " Unser Ziel ist es, ein breites Sprachfördernetzwerk zu etablieren, das Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern umfasst. Ich freue mich, dass wir mit diesem Modellprojekt einen weiteren wichtigen Baustein haben, der unsere vielfältigen Initiativen zur Stärkung der kontinuierlichen Sprachentwicklung von Kindern nicht-deutscher Herkunftssprache ergänzt und zwar gerade mit Blick auf die Übergänge vom Kindergarten zur Grundschule und von der Grundschule in die weiterführenden Schulen," betonte die Bildungs- und Jugendministerin.


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