Umfrage

Eltern und Erzieherinnen halten wenig von neuen Medien in der Kita

(red/pm) Ezieherinnen und Erzieher, Grundschullehrkräfte und die Eltern halten in der Kita die Vermittlung von ersten Kenntnissen im Lesen, Schreiben und in Englisch für wichtiger als den Einstieg in den Umgang mit digitalen Medien wie Computer, Tablet-PC, Smartphone und Internet. Bei Kita-Fachkräften und Eltern von Kita-Kindern überwiegt die Sorge, dass durch digitale Medien die Kinder angesichts der damit einhergehenden Informationsflut überfordert sind. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer aktuellen, im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung durchgeführten [Allensbach-Umfrage](http://www.telekom-stiftung.de/allensbach14).

11.12.2014 Artikel
  • © bikl.de

Zudem sind gerade viele Erzieherinnen und Erzieher der Ansicht, dass der Einsatz digitaler Medien eher die Talente von Kindern verkümmern lässt (35 Prozent) als dass sie deren Entwicklung fördern (7 Prozent).

Nur 14 Prozent der befragten Kita-Fachkräfte machen daher in ihrem pädagogischen Alltag von digitalen Medien zumindest gelegentlich Gebrauch. An den Grundschulen dagegen hat die digitale Bildung einen deutlich höheren Stellenwert. Der Umfrage zufolge rangiert dieses Thema zwar nicht an oberster Stelle, doch finden die meisten der Befragten, dass der Umgang mit digitalen Medien in der Grundschule vermittelt werden sollte. Mehr als jede zweite Lehrkraft nutzt im Unterricht häufig oder ab und zu digitale Medien. Für die repräsentative Studie befragte das Institut für Demoskopie Allensbach im Oktober 2014 in Direktinterviews (Face-to-face) bundesweit 808 Eltern von Kita- und Grundschulkindern, 266 Grundschullehrkräfte und 258 Erzieherinnen und Erzieher in Kitas.

"Digitale Medien sind heute wichtiger Bestandteil der Lebenswirklichkeit und sind daher auch aus den Bildungsinstitutionen nicht mehr wegzudenken. Die Grundschule scheint – so zeigen es die Umfrageergebnisse – der derzeit geeignetste Lernort zu sein, um Kinder an den Umgang mit digitalen Medien heranzuführen", erklärt Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung. "Die Befragung zeigt zudem, dass Grundschullehrkräfte in digitalen Medien großes Potenzial für die Unterrichtsgestaltung sehen. Als Stiftung wollen wir dazu beitragen, dieses Potenzial zu heben. Das gilt grundsätzlich auch für die Kita. Sie sollte kein Schutzraum vor digitalen Medien sein."

Medien im Alltag der Kinder verankert

Der Umgang mit Medien spielt im Alltag von Kita- und Grundschulkindern grundsätzlich eine wichtige Rolle. Nach Aussage der Eltern gehören das Fernsehen (Kita: 86 Prozent, Grundschule: 94 Prozent), die Beschäftigung mit Büchern (85 bzw. 82 Prozent), Kassetten, CDs und MP3 hören (79 bzw. 83 Prozent) sowie Filme anschauen mit zu den häufigsten Freizeitbeschäftigungen ihrer Kinder. Im Vergleich dazu spielt die Beschäftigung mit Smartphones, Handys (16 bzw. 37 Prozent) und Internet (12 bzw. 36 Prozent) keine so große Rolle. Die Prozentzahlen zeigen, dass das deutlich altersgebunden ist: Je älter die Kinder sind, desto öfter nutzen sie digitale Medien.

Sind Lehrer medienkompetent?

Eltern haben in die Kompetenz der Lehrkräfte ihrer Grundschulkinder großes Vertrauen. Rund zwei Drittel haben den Eindruck, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihrer Kinder generell gut mit digitalen Medien umgehen können. 59 Prozent sind überzeugt, dass sie diese im Hinblick auf die Förderung der Kinder im Unterricht auch sinnvoll einsetzen. Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei den Kitas. 68 Prozent der Kita-Fachkräfte sagen über sich, mit digitalen Medien gut oder sogar sehr gut umgehen zu können. Immerhin 39 Prozent trauen sich auch zu, diese Medien sinnvoll im Kita-Alltag einzusetzen. Von den Eltern der Kita-Kinder glauben allerdings nur 25 Prozent, dass die Fachkräfte digitale Medien sinnvoll einsetzen können.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden