Flickenteppich Sprachförderung - GEW: Vom Testen alleine werden die Kinder nicht besser

"Die 10,6 Millionen für die Sprachstandsdiagnose sind herausgeschmissenes Geld, so lange kein landesweites Konzept zur Sprachförderung vorliegt. Vom Testen alleine werden die Kinder nicht besser", sagte am Dienstag (23.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

23.09.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die bisherigen Konzepte zur Sprachförderung bezeichnet die Bildungsgewerkschaft als "Flickenteppich". Experten sehen Tests kritisch, wenn sie nicht von einer ständigen Sprachförderung für alle Kinder ab dem Beginn der Kindergartenzeit begleitet werden. Die Erhebungen stehen auch deshalb stark in der Kritik, da sie von Außenstehenden durchgeführt werden sollen und die Kinder sich in der ungewohnten Situation nicht wie im vertrauten Umfeld verhalten. Das kann zu einer Verfälschung des Ergebnisses führen. "Es sollte bedeutend mehr Zeit für die Arbeit mit den Kindern, für Elterngespräche und Fortbildung aufgewandt werden. Die bessere Fortbildung der Erzieherinnen steht für uns an erster Stelle. Für eine gezielte Förderung müssen wir nicht Weltmeister im Testen werden, sondern zuerst die viel zu großen Gruppen in den Kindertageseinrichtungen verkleinern", sagte Moritz.

Die GEW begrüßt, dass die Schulleitungen gestärkt werden und ab 2009 20 Prozent der Hauptschullehrer/innen besser bezahlt werden sollen. Diese sollen dann mit A13 das gleiche Gehalt wie Realschullehrer/innen erhalten. "Offenbar will aber die Landesregierung ihre ersten Versprechen schon wieder brechen. Kultusminister Rau hat zugesagt, dass schrittweise alle Hauptschullehrer besser bezahlt werden. Jetzt sind aber in den nächsten Jahren dafür keine Gelder in den Haushalt eingestellt worden. Wieder einmal entpuppen sich Ankündigungen zur Stärkung der Hauptschule als populistische Zusagen. Auch die zusätzliche Leitungszeit reicht vor allem für die vielen kleinen Schulen im Land nicht aus", so Moritz.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

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GEW Baden-Württemberg

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