Große Koalition streicht Bildungsqualität

"Wer die Bildungsqualität an unseren Schulen steigern will, darf dort keine Stellen streichen. Trotz Schülerrückgangs brauchen wir jede frei werdende Stelle für kleinere Klassen, mehr Ganztagsschulen, mehr Schulsozialarbeit und eine niedrigere Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag, 22.06.09 in Kiel zum Streichprogramm der Landesregierung. Die GEW werde sich entschlossen gegen das Streichkonzert wehren. Schüler und Studierende haben hier in der vergangenen Woche schon ein gutes Zeichen gesetzt.

22.06.2009 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

An den Ministerpräsidenten appellierte der GEW-Landesvorsitzende noch einmal, sich an die Dresdner Erklärung der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin vom vergangenen Herbst zu halten. "Auch Herr Carstensen hat mit beschlossen, dass Mittel aus der so genannten Demographie-Rendite insbesondere zur Verbesserung der Bildungsqualität genutzt werden sollen. Diesen Beschluss soll der Ministerpräsident in die Tat umsetzen und nicht am falschen Ende sparen." Schleswig-Holstein drohe sonst nämlich bildungspolitisch den Anschluss zu verlieren.

Hart ging Matthias Heidn auch mit dem Beschluss der Koalition ins Gericht, nur das letzte Kita-Jahr für die Eltern beitragsfrei zu lassen. "Ohne eine Ausweitung der Beitragsfreiheit auf das erste und das zweite Kita-Jahr bleibt das Ganze ein teures Wahlgeschenk für die Eltern." So sei der bildungspolitische Nutzen minimal, weil im letzten Kita-Jahr bereits rund 94 Prozent aller Kinder eine Kindertagesstätte besuchten. Wenn das Geld nur für ein Jahr reiche, solle man wenigstens das erste Kita-Jahr nehmen, in dem nur gut zwei Drittel aller Kinder in die Kindertagesstätte gingen. Das hätte dann wenigstens einen wirksamen bildungspolitischen Effekt.

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GEW Schleswig-Holstein

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