Flüchtlingskinder

Integration von Flüchtlingen: 98 % der Kitaleitungen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen

Auf dem Deutschen Kitaleitungskongress in Berlin (14.-15. Juni 2016) stellte Wolters Kluwer Deutschland die Ergebnisse seiner neuen repräsentativen BeWAK-Studie zur Integration von Flüchtlingskindern in Kitas vor.

15.06.2016 Bundesweit Pressemeldung Wolters Kluwer Deutschland GmbH
  • © Wolters Kluwer Deutschland Musikproduzent Thomas M. Stein half den Kitaleitungen, sich auf schwierige Situationen im Alltag vorzubereiten.

 „Damit Integration gelingt, sollten Flüchtlingskinder so schnell wie möglich verpflichtend Kitas besuchen – allerdings fehlt dafür die Unterstützung von Bund und Ländern.“ Diese sowie weitere hochaktuelle Aussagen präsentiert die neue BeWAK-Studie (Befragung zur Wertschätzung und Anerkennung von Kitaleitungen) von Wolters Kluwer Deutschland, die unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Ralf Haderlein von der Hochschule Koblenz durchgeführt wurde. Die umfassenden Ergebnisse der nun zweiten repräsentativen Studie, an der rund 2.100 Kitaleitungen aus der ganzen Bundesrepublik teilgenommen haben, wurden auf dem Deutschen Kitaleitungskongress (DKLK) in Berlin vom 14. bis 15. Juni 2016 durch Prof. Dr. Ralf Haderlein vorgestellt. 

Hohe Unterstützungsbereitschaft trifft auf mangelnde Sprachkenntnisse und fehlendes Personal

In der Umfrage wird vor allem das Engagement der Fachkräfte deutlich. Zwar sind fast 90 Prozent der Befragten der Meinung, dass Flüchtlingskinder so früh wie möglich in Kindertagesstätten betreut werden sollten. Jedoch zeigt die Studie auch offensichtliche Probleme in den Kitas: 98 Prozent der Befragten fühlen sich nicht gut vorbereitet auf die Arbeit mit Flüchtlingskindern. Hauptprobleme sind den Angaben zufolge zu 65 Prozent mangelnde Sprachkenntnisse und fehlendes Personal. Doch auch unzulängliche Finanzierung und fehlende Räumlichkeiten werden von über 20 Prozent der Kitaleitungen als Hürde für die Aufnahme von Flüchtlingskindern angegeben. 

Hohe Eigeninitiative des Kita-Personals ohne Unterstützung von der Politik

Die Vorbereitung auf die neuen Aufgaben findet in der Regel außerhalb der Kita und auf private Initiative hin statt. Als größte Unterstützung nennt die Mehrheit des Personals das eigene Kita-Team. Das lässt zwar erneut auf eine hohe Eigeninitiative des Kitapersonals schließen, zeigt zugleich aber auch auf, dass Bund und Länder bei der Bewältigung der Probleme kaum Hilfestellung geben: Lediglich 1 Prozent der Befragten nimmt die Regierung als unterstützend wahr. In der BeWAK-Studie des vergangenen Jahres erzielte die Politik ein ähnliches Ergebnis. 

„Die BeWAK-Studie soll die Herausforderungen der Kitaleitungen untersuchen und auf aktuelle Probleme im Kita-Alltag aufmerksam machen“, erklärt Carola Schneider, Verlagsleiterin Kita-Management beim Veranstalter des DKLK, Wolters Kluwer. „Der DKLK bietet die perfekte Plattform, um die hochaktuellen Ergebnisse zu diskutieren und der Öffentlichkeit näher zu bringen.“

Alle ausführlichen Studienergebnisse stehen zum Download für Sie unter www.deutscher-kitaleitungskongress.de/dklk-2016/service/presse.html bereit. Für alle weiteren Infos zum DKLK besuchen Sie www.deutscher-kitaleitungskongress.de oder wenden Sie sich direkt an den Pressekontakt.

 

Als führende Fachveranstaltung für Kitaleitungen in deutschsprachigen Raum bietet der DKLK den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein umfassendes Programm mit über 60 hochkarätigen Vorträgen und Workshops zu Themen wie zum Beispiel Qualitätsmanagement, Leitungskompetenz, Führung und Kommunikation. Top-Referenten der Veranstaltung sind unter anderem Musikproduzent Thomas M. Stein, Kommunikationsexperte Prof. Samy Molcho sowie Buchautorin und Expertin im Bereich Frühpädagogik Dr. Ilse Wehrmann.

Der DKLK in Berlin war der zweite von vier Kongressen in 2016. Zwei weitere Kongresse finden in diesem Jahr auch in Augsburg (28. bis 29. Juni 2016) und nochmals in Berlin (20. bis 21. September 2016) statt.


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