Kleine Kinder brauchen gute Krippen

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für eine Qualitätsoffensive in der frühkindlichen Bildung stark und befürchtet einen Mangel an qualifiziertem Personal. "Die Diskussion darf nicht auf den Ausbau der Plätze und deren Finanzierung reduziert werden. Die Eltern werden die Krippen nur akzeptieren, wenn dort gute Bedingungen garantiert werden. Dafür brauchen wir gut ausgebildete Erzieherinnen und kleine Gruppen mit maximal fünf Kindern pro Fachkraft und viel Zeit für Vor- und Nachbereitung. Kommunen und die Landesregierung dürfen nicht auf Billiglösungen setzen", sagte am Montag (10.12) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

10.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW schätzt, dass in Baden-Württemberg für die Ausbaupläne zwischen 10.000 und 15.000 neue Erzieher/innen benötigt werden. Derzeit werden knapp 6.000 Schüler/innen an den Fachschulen für Sozialpädagogik zu Erzieher/innen ausgebildet. "Es macht derzeit keinen Sinn, über die Gebührenfreiheit für Kindertageseinrichtungen zu diskutieren. Zuerst brauchen wir kleinere Gruppen und bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher und Erzieherinnen. Die Schere zwischen den Anforderungen an Erzieherinnen, den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung klafft immer weiter auseinander. Für 2.000 Euro brutto sollen sie Bildungspläne umsetzen und Sozialarbeit leisten. Wie will man junge Frauen und Männer mit Teilzeit, Befristung und Niedriglöhnen für diesen schönen Beruf begeistern?" so Dahlem.

Erzieherinnen verdienen nach ihrer Ausbildung 1.960 Euro (brutto) im Monat. Als Endgehalt können sie 2.285 Euro erreichen. Im Südwesten arbeiten 45.000 Erzieher/innen in gut 7.600 Kindertageseinrichtungen.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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