Kita-Studie

Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme: Saarland bietet gute Rahmenbedingungen

"Der Ländermonitor Frühkindliche Bildungssystem der Bertelsmann-Stiftung zeigt: professionelle Kita-Leitungen, eine geringe Anzahl befristet Beschäftigter, eine hohe Quote bei der Vollzeitbeschäftigung und eine längere Betreuungszeit tragen zu einer besseren Qualität in den saarländischen Kitas bei und ermöglichen eine kontinuierliche frühkindliche Entwicklung", so Bildungsminister Ulrich Commerçon zur heute vorgestellten Bertelsmann-Studie zur Frühkindlichen Bildung.

24.08.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Insgesamt zeigt die Studie, dass wir im Saarland sowohl unseren Kindern wie auch den pädagogischen Fachkräften gute Rahmenbedingungen in unseren Einrichtungen bieten".

So hat sich der Personalschlüssel in den Kindergärten leicht verbessert. Auf eine vollzeitbeschäftigte Kita-Fachkraft kommen im März 2014 im Saarland 9,8 Kindergartenkinder. Ein Jahr zuvor betrug der Personalschlüssel noch 1 Fachkraft zu 10,1 Kindergartenkindern. In den Krippen ist der Schlüssel mit einer Fachkraft zu 3,6 Krippenkindern konstant geblieben. Hier haben die übrigen westdeutschen Bundesländer von 1 zu 3,9 im Vorjahr nun auf das saarländische Niveau aufgeschlossen.

In den saarländischen Kitas bestehen im Vergleich zu den anderen Bundesländern bessere Rahmenbedingungen für die Fachkräfte: Nur 6,3 Prozent der Kitas im Saarland verfügen über keine Freistellung für Kita-Leitungskräfte. Das Saarland liegt damit weit unter dem Durchschnitt der westlichen Bundesländer (19,1 Prozent) und dem gesamtdeutschen Durchschnitt (17,1 Prozent).

In 55,6 Prozent der Kitas mit Leitungsfreistellung ist eine Person vollständig für die Bewältigung der Leitungstätigkeit freigestellt. Das Saarland belegt damit bundesweit einen Spitzenplatz, der nur noch von Nordrhein-Westfalen (59,7 Prozent) übertroffen wird.

46,4 Prozent der Fachkräfte haben eine Vollzeitbeschäftigung, während dies deutschlandweit nur bei 40,8 Prozent der Fachkräfte der Fall ist (westliche Bundesländer: 43,8). Damit einhergehend sind im Saarland nur 10,6 des pädagogischen Personals befristet beschäftigt. In allen anderen westlichen Bundesländern ist der Anteil des befristet beschäftigten Personals höher (16,1 Prozent).

Und im Saarland gibt es im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich höhere vertraglich vereinbarte wöchentliche Betreuungszeiten. In 73,4 Prozent aller Fälle wird eine wöchentliche Betreuungszeit von 45 Stunden und darüber hinaus vereinbart.

Der Bildungsminister zeigte sich bezüglich der Forderung nach einer Verständigung über bundeseinheitliche Qualitätsziele diskussionsbereit: "Wir können darüber gerne verhandeln. Allerdings müssen dann auch die Finanzierungszusagen durch den Bund geklärt werden. Zudem sind die länderspezifischen Ausgangsvoraussetzungen sehr unterschiedlich. Eine bundesweite Regelung birgt daher auch die Gefahr, dass sich Bundesstandards eher am unteren Ende der Qualitätsskala bewegen und länderspezifische Aspekte nicht mehr ausreichend Berücksichtigung finden", so Commerçon.


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