Mehr Zeit für Kooperation statt Einschulungstests

Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt die Kritik des Landesbeauftragten für Datenschutz an den geplanten Einschulungsuntersuchungen. "Für eine bessere Förderung der Kinder brauchen wir nicht mehr Fragebögen, sondern eine intensivere Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen", sagte am Freitag (09.12.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

09.12.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Sozial- und Kultusministerium planen, mit den Einschulungsuntersuchungen bereits im vorletzten Kindergartenjahr zu beginnen, um mehr Zeit für gezielte Fördermaßnahmen zu haben. In standardisierten Fragebögen sollen Eltern und Erzieherinnen Auskunft über die Kompetenzen und die soziale Situation der Kinder geben. Gefragt wird unter anderem auch nach gesundheitlichen Problemen in der Familie oder ob in Gegenwart der Kinder in der Wohnung geraucht wird.

"Die Daten der Kinder gehören den Eltern. Wie soll zwischen Kindergarten, Schule und den Elternhäusern eine gute Zusammenarbeit entstehen, wenn die Eltern zu solchen Auskünften gezwungen werden", so Dahlem. Die GEW begrüßt zwar das Ziel, Kinder früher zu fördern, schlägt dafür aber ein anderes Konzept vor. "Das Einschulungskonzept sieht vor, dass Kinder mit Entwicklungsdefiziten extra gefördert werden. Alle Experten wissen aber, dass sinnvolle Förderung am besten in der Kindertageseinrichtung und während der gesamten Kindergartenzeit erfolgen sollte. Dafür brauchen wir kleinere Kindergartengruppen und eine bessere Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen", sagte Dahlem.

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GEW Baden-Württemberg

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