Krippen/Kindergärten

Saarland bekommt neues Bildungsprogramm

Frühkindliche Bildung ist die Basis für eine gute Entwicklung von Kindern. Deshalb haben Bildungsexpertinnen und -experten für die saarländischen Kitas ein neues Bildungsprogramm formuliert.

29.08.2018 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
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Dieses behandelt neben den klassischen Bereichen der frühkindlichen Bildung nun auch Themen wie Inklusion, Übergängen als Teil der Bildungsbiografie, demokratische Teilhabe, Elternarbeit, Digitalisierung und die Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Hier haben die Expertinnen und Experten die neuesten Erkenntnisse aus Bildungsforschung und Neurobiologie einfließen lassen. Eine größere Rolle wird vor allem die sprachliche Bildung spielen.

Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot: „Die Rolle der Kitas hat sich durch den Ausbau an Betreuungsplätzen in den letzten Jahren weiterentwickelt. Hier lernen Kinder erstmals außerhalb der Familie Neues, machen Erfahrungen mit dem Weltwissen und entwickeln ihre sozialen Kompetenzen weiter. Frühkindliche Einrichtungen sind damit zu Bildungsorten geworden, die eine große gesellschaftliche Bedeutung haben“, sagt Christine Streichert-Clivot.

Wie auch bei der ersten Fassung aus dem Jahr 2006 hat ein Fachbeirat aus Expertinnen und Experten der saarländischen KiTa-Landschaft gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) das bisherige Bildungsprogramm überarbeitet. Die Grundstruktur ist weitestgehend unverändert geblieben, ebenso wie die Grundaussagen zu Bildungsverständnis und Bildungsverlauf. Inhaltlich werden sieben Bildungsbereiche behandelt:

  • Körper, Bewegung, Gesundheit,
  • Soziale und kulturelle Umwelt, Werteerziehung und religiöse Bildung,
  • Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien,
  • Bildnerisches Gestalten,
  • Musik,
  • Mathematische Grunderfahrungen,
  • Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen.

Durch die Erweiterung um die Kinder unter drei Jahren wurden ganz neue Maßstäbe erarbeitet. So spielt gerade bei jüngeren Kindern die notwendige Bindung zu Bezugspersonen eine große Rolle, was neue Aufgabenbereiche in der Arbeit mit einer Kleinkindgruppe definiert. Auch wird der sprachlichen Bildung bei jüngeren Kindern heute eine viel grundlegendere Bedeutung zugemessen als noch vor ein paar Jahren. Heute weiß man, wie maßgeblich sie alle folgenden Bildungsprozesse beeinflusst. Bei allen Themenbereichen wird im Bildungsprogramm immer auch die Rolle der Fachkräfte reflektiert.

„Kinder müssen so früh wie möglich die Chance erhalten, unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft ihre Potenziale ausschöpfen zu können. In Kitas werden dazu die Grundlagen gelegt. Hier lernen Kinder eigenständige Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu handeln. Bildungsarbeit muss stetig weiterentwickelt werden, weil sich auch die Herausforderungen an Erzieherinnen und Erzieher immer wieder verändern. Diesen Prozess haben wir mit dem neuen Bildungsprogramm angeschoben. So kann beste Bildung und Förderung in der Praxis optimal umgesetzt und Fachkräften sowie Eltern eine Orientierung gegeben werden“, sagt Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot.

Das neue Bildungsprogramm wird derzeit in Regionalkonferenzen in Kooperation mit den örtlichen Jugendämtern vorgestellt und den Einrichtungen ausgehändigt. Es bildet fortan den verbindlichen Orientierungsrahmen für die pädagogische Arbeit in saarländischen Kitas.

Hintergrund
Die Anforderungen an Kitas haben sich seit 2006 stetig verändert. Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes investiert  seit Jahren inhaltlich und materiell in den Ausbau und die Weiterentwicklung seiner Kitas: Seit dem Jahr 2014 hat das Land rund 53 Millionen Euro für Investitionen aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt. Dazu kommen Bundesmittel aus verschiedenen Förderprogrammen. Durch gestiegene Geburtenzahlen und Zuwanderung besuchen heute fast 4000 Kinder zusätzlich als noch 2012 eine Kita. 2008 gab es im Saarland lediglich 2600 Krippenplätze. 2018 wurden von den Jugendämtern bereits 6.658 gemeldet.


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