Schavan: Baden-Württemberg bleibt modernstes Bildungsland in Deutschland

Die baden-württembergische Kultusministerin, Dr. Annette Schavan, zeigte sich am heutigen Montag (22. November) in Stuttgart "verwundert" über die Vorab-Veröffentlichung einzelner Ergebnisse der PISA-II-Studie. Offiziell sei die Bekanntgabe der Ergebnisse erst für den 7. Dezember vorgesehen. "Diese Indiskretion erschwert eine differenzierte, sachliche und vor allem unaufgeregte Debatte über den Stand der Bildungsreformen in den einzelnen deutschen Ländern", kritisierte Schavan.

22.11.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Die Kultusministerin wies in diesem Zusammenhang bereits jetzt darauf hin, dass am 7. Dezember lediglich die deutschen Durchschnittswerte der PISA-II-Studie veröffentlicht werden. Im September 2005 werde eine Aufschlüsselung der Ergebnisse nach den einzelnen deutschen Ländern vorliegen. Erst dann könne eine erste Zwischenbilanz der baden-württembergischen Reformbemühungen gezogen werden.

Die Kultusministerin erwartet eine differenzierte und ländergenaue Betrachtung der PISA-II-Ergebnisse. "Deutsche Durchschnittswerte verstellen den Blick auf das, was in einzelnen deutschen Ländern in den vergangenen Jahren bereits geleistet wurde und geleistet wird."

Es sei eine Unsitte, die Bildungspolitik von 16 deutschen Ländern über einen Kamm zu scheren. Der als "Mister PISA" bekannt gewordene Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, Prof. Dr. Jürgen Baumert, habe Baden-Württemberg vollkommen zu Recht als das "modernste Bildungsland" in Deutschland bezeichnet.

Grundlegende Reformen in Baden-Württemberg, die teilweise bereits vor der PISA-Studie in die Wege geleitet wurden, hatten sich bei der IGLU-Studie über die Grundschulkinder bereits positiv ausgewirkt. Baden-Württemberg habe das Einschulungsalter herabgesetzt, den flächendeckenden Fremdsprachenunterricht in den Grundschulen eingeführt, den bedarfsorientierten Ausbau von Ganztagesangeboten in die Wege geleitet, die Schulzeit im Gymnasium auf acht Jahre gekürzt, die Naturwissenschaften gestärkt und durch die neuen standardbasierten Bildungspläne den Abbau von zu viel Spezialisierung in allen Schularten vorangetrieben, so Schavan. Die Stärkung der frühkindlichen Bildung durch eine engere Verzahnung von Kindergarten und Grundschule sei ebenfalls in Angriff genommen worden.

Schavan zeigte sich zuversichtlich, dass die baden-württembergischen Schulen auch bei der PISA-II-Studie deutlich über den deutschen Durchschnittwerten liegen. Sie verwies auf die gute Platzierung baden-württembergischer Schulen im Vergleich der deutschen Länder bei PISA I und vor allem bei der Grundschul-Studie IGLU. Schavan weiter: "Im Übrigen lassen wir uns durch Herrn Schleicher keine Debatte zur Einheitsschule aufzwingen, mit der die Fehler von vor 30 Jahren wiederholt würden."


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