Fehlende Krippenplätze

Städtetag weist auf große Versorgungsengpässe hin

Der Niedersächsische Städtetag (NST) hat enorme Versorgungsengpässe bei der Versorgung mit Kindergarten- und Krippenplätzen ab dem 01.08.2018 festgestellt. In einer Abfrage bei seinen Mitgliedsstädten ergab sich ein erschreckendes Bild.

27.07.2018 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsischer Städtetag
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So haben 60 Städte und Gemeinden an der Umfrage teilgenommen. Alleine diese Rückmeldungen ergaben 3658 fehlende Krippenplätze. „Das sind mindestens 244 fehlende Krippengruppen“ erklärte der Geschäftsführer des NST, Dirk-Ulrich Mende, und ergänzte „Die vom Land angestrebte Versorgungsquote von 35 % bei den unterdreijährigen Kindern reicht bei weitem nicht aus. Auf diese Entwicklung haben wir das Land immer hingewiesen“

Noch schwerwiegender fällt der Platznotstand lt. NST bei den Überdreijährigen ins Gewicht. „Unsere Städte und Gemeinden können in einem alarmierenden Umfang den Anspruch auf Kindertagesbetreuung nicht mehr sicherstellen.“ erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Präsident des Niedersächsischen Städtetages. Hier ergab die Abfrage des NST, dass bei den 60 teilnehmenden Kommunen bereits knapp 2300 Betreuungsplätze (ca. 92 Kindergartengruppen) fehlen. „Auch ohne eine Hochrechnung auf das Land ergibt dies bereits ein katastrophales Ergebnis.“ so Mädge.

Hintergrund für diese Entwicklung ist lt. Städtetag neben einer positiven Entwicklung der Geburtenzahlen auch die Flexibilisierung bei der Einschulung durch die aktuelle Novelle des Schulgesetzes, da viele Kinder nun ein Jahr länger in den Kindergärten blieben. Und nicht zuletzt zeige hier der Zuzug einer  großen Anzahl von Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern seine Wirkung.

„Diese Problematik wird sich nun durch die bevorstehende Beitragsfreiheit noch verschärfen. Die Bedarfsplanung der Kommunen im Bereich des Ausbaus von Betreuungsplätzen konnte diesen vielen Entwicklungen nicht mehr gerecht werden.“ ergänzt Oberbürgermeister Mädge und forderte: „Hier ist nun das Land gefragt: Wir brauchen eine vorübergehende Flexibilisierung bei den Gruppenstärken und vor allem natürlich Investitionsprogramme insbesondere für die Kindergärten.“


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