Stiftung Bildungspakt Bayern: Eine Ideenschmiede für Bayerns Schulen wird vier Jahre alt

Dieser Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Staat ist bundesweit einmalig: Vor vier Jahren wurde die Stiftung Bildungspakt Bayern aus der Taufe gehoben. Im Oktober 2000 hatten sich 50 Unternehmen aus Bayern öffentlich zu der Partnerschaft in Bildung und Erziehung bekannt.

22.10.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mittlerweile sind es 120 Unternehmen, die in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kultusministerium die Qualität von Unterricht und Schule voranbringen wollen. Dieses Public-Private-Partnership geht weit über ein rein finanzielles Engagement von fünf Millionen Euro Grundstockvermögen und ein jährliches Spendenaufkommen von rund einer Million Euro hinaus. "Die Unternehmen bringen ihren ganzen Sachverstand, ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Schulen. Dadurch wird der Unterricht praxisnäher, qualitätvoller und spannender", sagte Kultusministerin Monika Hohlmeier, Ratsvorsitzende der Stiftung, am Freitag in München.

"Der Bildungspakt ist die Ideenschmiede für das bayerische Bildungssystem von morgen", betonte Stephan Götzl, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. "Hier werden neue ,Produkte´ entwickelt und im Härtetest erprobt, und die Erkenntnisse kommen dem gesamten Schulsystem und auch den Unternehmen in Bayern zugute."

Bildung stehe auf Platz eins der Agenda der vbw und der Verbände der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie, die zu den Hauptsponsoren der Stiftung Bildungspakt Bayern gehören. Stephan Götzl: "Wir investieren in Bildung, weil das unsere gesellschaftspolitische Verantwortung ist und weil die Unternehmen mit ihrem Know-how gleichzeitig mithelfen, das Wichtigste, was wir haben, besser zu betreuen und zu fördern: unsere Kinder. Schulen brauchen mehr Freiheit und Eigenverantwortung in Organisation, Unterrichtsgestaltung und Finanzen. Diese Freiheit schafft Motivation, fördert die Selbst- und Mitverantwortung der Lehrer und wirkt sich äußerst positiv auf das Leistungsniveau der Schüler aus."

Die Stiftung versteht sich als innovativer Querdenker. Im Zentrum der Arbeit steht immer die Steigerung der Unterrichtsqualität. Mittlerweile unterstützt die Stiftung 100 Projekte. Kennzeichnend für die Stiftung sind folgende Initiativen:

Modus 21 - Schule in Verantwortung:

In 44 Projektschulen wird erprobt, wie viel Selbstständigkeit und unternehmerisches Denken die fachliche und pädagogische Qualität der Schule steigern können. Zu den neuen Freiheiten der Schule gehört beispielsweise die selbstständige Verwaltung eines Sachmittelbudgets oder die individuelle Besetzung freier Stellen. Neue Unterrichtsmodelle werden vorzugsweise mit Unterstützung externer Partner aus der Wirtschaft erprobt und anschließend allen bayerischen Schulen als Best-Practice-Modelle zur Verfügung gestellt. Die Stiftung unterstützt diesen Modellversuch mit 380.000 Euro pro Jahr.

Innere Schulentwicklung Innovationspreis i.s.i.:

Der Innere Schulentwicklung Innovationspreis hat sich zu einem Gütesiegel für Bayerns Schulen entwickelt. Jedes Jahr bewerben sich weit über 100 Schulen um diese Auszeichnung. I.s.i.-Schulen müssen neben einem modernen Schulmanagement einen systematischen Schulentwicklungsprozess vorweisen, indem sie die fachliche und pädagogische Qualität laufend auf den Prüfstand stellen. 250.000 Euro stellt die Stiftung hier jährlich zur Verfügung.

KIDZ - Kindergarten der Zukunft:

Mit diesem Projekt greift die Stiftung einen Teil der Studie "Bildung neu denken" der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft auf. Nach dem Prinzip "Lieber früh investieren statt spät reparieren" werden seit Beginn des Schuljahres 2004/05 an drei Modellkindergärten neue Möglichkeiten einer frühkindlichen Förderung erprobt. Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren werden kontinuierlich von einem Team aus Erzieherin und Grundschullehrerin betreut. Jedes Kind kommt dann in die Schule, wenn ein entsprechender Entwicklungsstand diagnostiziert wird. Dieses innovative Projekt wird jährlich mit 300.000 Euro gefördert.

Excellence-Center an bayerischen Gymnasien:

Bei diesem Projekt geht es um die Förderung von Gymnasien, die sich in vier Bereichen (sprachlich, mathematisch-naturwissenschaftlich, musisch-künstlerisch und wirtschaftswissenschaftlich) bereits besonders ausgezeichnet haben. Diese Schulen werden von der Stiftung weiter gefördert, damit sie stellvertretend für alle anderen Schulen Erfolgsrezepte entwickeln und multiplizieren.

"Wir sind mit Sicherheit auf dem richtigen Weg zu einer Partnerschaft zwischen Schule und Wirtschaft. Bildung wird in Zukunft nicht mehr ausschließlich eine Sache des Staates sein; wir brauchen die Erfahrung und das Wissen aller gesellschaftlichen Kräfte", sagte Regina Pötke, Geschäftsführerin der Stiftung.


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