Traumjob Erzieherin? – Bildung ist MehrWert!

"Die Schere zwischen den Anforderungen an Erzieherinnen und der Bezahlung klafft immer weiter auseinander. Für 2.000 Euro brutto sollen sie Bildungspläne umsetzen und Sozialarbeit leisten. Wie will man junge Frauen und Männer so für diesen schönen Beruf begeistern?", sagte am Dienstag (08.01.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Gut 3.000 Erzieher/innen haben bereits eine Resolution "Unsere Arbeit ist mehr wert!" unterschrieben, in der sie eine bessere Bezahlung für ihre Arbeit verlangen. Die GEW will in der Tarifrunde 2008 im öffentlichen Dienst zusammen mit ver.di und GdP eine Tariferhöhung um 8 Prozent erreichen.

08.01.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

In den nächsten Monaten geht es in den Tarifverhandlungen auch um einen neuen Eingruppierungstarifvertrag für sozialpädagogische Fachkräfte. Die Bildungsgewerkschaft macht sich dafür stark, dass Erzieher/innen mindestens in die Entgeltgruppe 8 des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD) eingruppiert werden. Erzieher/innen, die nach einem Bildungsplan arbeiten, sollen besser bezahlt werden. Das würde bedeuten, dass die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen zwischen 1.930 und 3.180 Euro verdienen würden. Die Arbeitgeber fordern teilweise eine Einstufung in die Entgeltgruppe 6, in der zwischen 1.764 und 2.285 Euro pro Monat gezahlt wird. Damit würden dann Erzieher/innen deutlich weniger als nach den alten BAT-Regelungen verdienen.

"Erzieherinnen und Erzieher verdienen mehr. Wenn Gesellschaft und Politik zu Recht immer höhere Anforderungen stellen, müssen sie auch Leistung anständig bezahlen. Wenn man für Kinder eine hohe Qualität in der Bildung will, muss man Erzieherinnen ein Gehalt zahlen, das dem Niveau und der Verantwortung ihrer Arbeit entspricht", so Dahlem.

Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD)

Am Donnerstag (10.01.) beginnen die Tarifverhandlungen für 1,3 Millionen Angestellte des Bundes und der Kommunen, 1,15 Millionen davon sind bei den Gemeinden und Zweckverbänden beschäftigt. Die Länder sind seit 2004/05 nicht mehr im Tarifverbund. Sie schlossen im Mai 2006 den eigenen Tarifvertrag TV-L für 780.000 Landesbeschäftigte ab. TV-L und TVöD lösten den Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) ab.

Die Regelungen des BAT zur Eingruppierung blieben vorerst in Kraft, die Verhandlungen für eine neue Entgeltordnung sollten eigentlich bis zum 30. September 2007 abgeschlossen sein, werden jetzt aber erst 2008 auf der Tagesordnung stehen.
Eine Eingruppierung ab der Gruppe 8 TVöD würde den Beruf attraktiver machen und auch dazu beitragen, dass mehr Männer in den Kindertageseinrichtungen arbeiten.

15.000 neue Erzieher/innen für Krippenausbau im Südwesten

Die GEW schätzt, dass in Baden-Württemberg für die Krippen-Ausbaupläne zwischen 10.000 und 15.000 neue Erzieher/innen benötigt werden. Derzeit werden knapp 6.000 Schüler/innen an den Fachschulen für Sozialpädagogik zu Erzieher/innen ausgebildet. Im Rahmen der Ausbildung können sie auch die Fachhochschulreife erwerben. Im Südwesten arbeiten 45.000 Erzieher/innen in gut 7.600 Kindertageseinrichtungen. 54 Prozent des pädagogischen Personals arbeitet in Teilzeit, nicht alle davon freiwillig. Rund ein Viertel der Erzieher/innen gibt in einer bundesweiten Studie der GEW an, dass keine Vollzeitstelle zu finden sei. In der Untersuchung gaben 84 Prozent der Erzieher/innen an, bereits nach dem Bildungsplan ihres Bundeslandes zu arbeiten. In Baden-Württemberg gibt es seit Ende 2005 einen Orientierungsplan für alle Kindergärten, der ab Herbst 2009 flächendeckend umgesetzt werden soll.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden