GEW Schleswig-Holstein

Von der Kasse in die Kita

Schlecker-Frauen in die Kitas! Dieser Vorschlag der Bundesministerinnen von der Leyen und Schröder löst bei der Bildungsgewerkschaft GEW Kopfschütteln aus.

08.06.2012 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Die Kolleginnen von Schlecker haben unsere volle Solidarität auf der Suche nach neuen Arbeitsplätzen. Aber der Vorschlag ist völlig unseriös. Er erweckt den Eindruck, der Beruf der Erzieherin lasse sich mit einer kurzen Umschulung von jedermann oder jederfrau erlernen. Dem ist aber nicht so, weil die Bildung und Erziehung kleiner Kinder immer komplexer wird und höhere Anforderungen an den Erzieherinnenberuf stellt", sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am Freitag, 8. Juni 2012 in Kiel.

Die Tätigkeit einer Erzieherin in der Kita sei hoch anspruchsvoll. Sie müsse aufgewertet werden und dürfe nicht "Woche für Woche durch Politikerinnen auf Profilierungstrip abqualifiziert werden", so Bernd Schauer. Der Vorschlag aus Berlin reihe sich nahtlos ein in eine Liste weiterer ungeeigneter Ideen der beiden Ministerinnen. Vor den Schlecker-Frauen sollten Hartz-IV-Empfängerinnen und Bufdis (Freiwilligendienst-Leistende) die Lücke bei den Erzieherinnen in den Kitas stopfen. "Statt mit immer neuen abenteuerlichen Vorschlägen von ihrer Verantwortung beim schwieriger werdenden U-3-Ausbau abzulenken, wäre es schön, wenn sich die beiden Damen für eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitbedingungen von Erzieherinnen einsetzen würden, damit wir genügend qualifiziertes Personal für die Kitas bekommen."

Der Geschäftsführer der Bildungsgewerkschaft erinnerte daran, dass die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern in Schleswig-Holstein drei Jahre an einer Fachschule dauere. Als Voraussetzung müssten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher einen Realschulabschluss mit Berufsausbildung oder die Fachhochschulreife mitbringen. Es spreche überhaupt nichts dagegen, geeigneten Schlecker-Frauen mit entsprechenden Voraussetzungen, eine Erzieherinnenausbildung aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit zu finanzieren. Aber die Zahl der dafür in Frage Kommenden dürfte sich in Grenzen halten, weil im Einzelhandel knapp 60 Prozent der Verkäuferinnen nicht über die erforderlichen Schulabschlüsse verfügten.

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