Wirtschaft fragt Kinderbetreuung nach

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist ein aktiver Partner für eine Zukunft mit mehr Kindern. Auch der DIHK fordert nun: Deutschland soll das familienfreundlichste Land Europas werden. Damit unterstützt er die programmatische Zielvorstellung von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt. Anlass ist der "Kita-Check'', dessen Ergebnisse heute unter dem Titel ''Zukunftsfaktor Kinderbetreuung'' veröffentlicht werden.

07.02.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Der DIHK, der seit Beginn in der von Familienministerin Renate Schmidt ins Leben gerufenen ''Allianz für die Familie'' zentral mitwirkt, hat in den vergangenen Monaten bundesweit Kindertagesstätten befragt, wie sie flexibel auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern eingehen. Auf die Initiative ''Kita-Check'' haben rund 1.700 Kindertagesstätten reagiert. Die Ergebnisse zeigen, dass es gute Ansätze gibt, aber kreative Lösungen noch zu selten praktiziert werden. Dies betrifft etwa Angebote an Mittagessen, an flexibleren Öffnungszeiten oder auch die Förderung der Sprachfähigkeit insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund.

Bundesministerin Renate Schmidt begrüßt den Impuls aus der Wirtschaft. ''Diese Initiative zeigt ein neues Herangehen und die Bereitschaft zur Mitarbeit. Die Aktion des DIHK greift das auf, was wir mit dem Familienatlas vorgeschlagen haben - sich gemeinsam für Familienfreundlichkeit zu engagieren.'' Kommunen mit familienfreundlicher Infrastruktur haben - so der DIHK - im Standortwettbewerb die Nase vorn und familienfreundliche Unternehmen profitieren nach harten betriebswirtschaftlichen Kriterien. Bundesministerin Renate Schmidt betont: ''Familie bringt Gewinn - für alle Beteiligten. Wer heute in gute, flexible und verlässliche Betreuung investiert ist klar im Vorteil''. Mit dem im Januar 2005 in Kraft getretenen Ausbaugesetz zur Tagesbetreuung will die Bundesregierung das Angebot an guter Betreuung für unter Dreijährige bis 2010 auf westeuropäisches Niveau und damit bedarfsgerecht anheben. Nicht nur die materielle Situation der Familien, sondern auch die Zufriedenheit in den Familien ist in hohem Maße abhängig von der Möglichkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Immer mehr Erwerbstätige arbeiten am Wochenende oder in Schichtdiensten, also zu Zeiten, die durch die wenigsten Kinderbetreuungseinrichtungen abgedeckt werden. Über die Hälfte der berufstätigen Mütter gaben in einer Befragung an (Emnid 2004), häufig unter Zeitdruck zu geraten. Bundesministerin Renate Schmidt sieht in Fragen flexibler Betreuungsangebote insbesondere ''deckungsgleiche Interessen von Eltern und Unternehmen'': ''Nicht jede Tagesstätte muss Rundum-Betreuung für 24 Stunden an sieben Tagen die Woche anbieten. Eine verlässliche Betreuung muss aber verfügbar sein, wenn sie gebraucht wird - das kann eben auch am Abend oder an Samstagen sein.''

Mit den Kirchen und den Wohlfahrtsverbänden wird deshalb von Seiten des Bundesministeriums derzeit gemeinsam erarbeitet, wie eine dafür taugliche trägerübergreifende Zusammenarbeit erleichtert und organisiert werden kann. So können sich mehrere Kitas zusammenschließen und gemeinsam die Überbrückung der Ferienzeit planen. Unternehmen können Belegplätze für die Kinder ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Betreuungseinrichtungen finanzieren, mit denen sie die Öffnungszeiten auf die Arbeitszeiten abstimmen.

Als hervorragende Plattform für solche Kooperationen gelten in immer mehr Kommunen die mittlerweile rund 130 Lokalen Bündnisse für Familie. Schon rund 40 Industrie- und Handelskammern und mehrere hundert Unternehmen beteiligen sich an einem Lokalen Bündnis. In Wiesbaden zum Beispiel initiiert die IHK gemeinsam mit örtlichen Unternehmen und den Kirchen ein betrieblich unterstütztes Betreuungsangebot mit Krippenplätzen und Ganztagsbetreuung. Auch eine Notfallbetreuung für plötzliche Engpässe in der Kinderbetreuung wird vorbereitet.


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