Regierung will weiterhin die Studierendenquote auf 40 Prozent erhöhen

(hib/BES) Trotz des Rückgangs der Studierendenquote in Deutschland von 39 auf 36 Prozent hält die Bundesregierung am Ziel einer Steigerung der Quote auf 40 Prozent fest. Dies geht aus der Antwort ([16/6161](http://dip.bundestag.de/btd/16/061/1606161.pdf)) auf eine Kleine Anfrage ([16/6054](http://dip.bundestag.de/btd/16/060/1606054.pdf)) der Linksfraktion hervor. Die Abgeordneten hatten die Regierung nach den Konsequenzen aus den Ergebnissen der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks gefragt.

08.08.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Die Schrumpfung der Studierendenquote könne verschiedene Ursachen haben, etwa eine geringere Zahl von Ausländern, die nach Deutschland zum Studium kommen, heißt es in der Antwort. Auf die Bitte nach der Begründung einer Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs Andreas Storm vor dem Bundestag, dass sich "über den Zeitraum der letzten zwei Jahrzehnte die Bildungsbeteiligung der Kinder aus den unterschiedlichen Herkunftsfamilien tendenziell angenähert hat", schreibt die Bundesregierung von einem scheinbaren Widerspruch zu den von der Fraktion angeführten Zahlen.

Danach hat sich die Zahl der Studierenden aus hoch gebildeten Elternhäusern zwischen 1982 und 2006 von 17 auf 38 Prozent erhöht, während die Zahl der Studierenden aus unterprivilegierten Elternhäusern von 23 auf 13 Prozent gesunken sei. Dazu schreibt die Bundesregierung: "Durch die Bildungsexpansion in den letzten 20 Jahren hat der Anteil an hoch Gebildeten in der Bevölkerung zugenommen, sodass das quantitative Rekrutierungspotenzial für diese Gruppen größer geworden ist. Deshalb würde selbst bei gleich bleibend hoher Bildungsbeteiligung quantitativ größer gewordener Gruppen ihr prozentualer Anteil unter den Studierenden steigen."

Umgekehrt verringere sich selbst bei wachsender Bildungsbeteiligung bislang unterprivilegierter Gruppen ihr Anteil unter allen Studierenden, wenn es sukzessive weniger Zugehörige zu dieser Gruppe in der gleichaltrigen Gruppe gebe, argumentiert die Regierung. Gleichzeitig räumt sie ein, dass die Chancen für Kinder aus nicht-akademischen Herkunftsfamilien dennoch nicht zufriedenstellend seien. Hier sei gemeinsames "aktives" Handeln von Bund und Ländern gefragt.

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