Gastbeitrag

Auf der Suche nach einem digitalen Profil

Die Digitalisierung geht auch an den Hochschulen nicht vorbei. Ein Beratungsangebot des Hochschulforums Digitalisierung soll Unis dabei helfen, die richtige Strategie dafür zu finden. Von Vincent Hochhausen

10.12.2018 Bundesweit Artikel didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen
  • © www.pixabay.de

Blended Learning, Flexibilität des Lernens, E-Assessments, digitale Feedbacksysteme: Alles Trends, die an Hochschulen im Zuge der Digitalisierung aktueller werden. Die technischen Möglichkeiten zur Organisation des digitalen Lernens wachsen, ebenso wie die Erwartungen der Studierenden.

Die richtige Digitalisierungsstrategie finden

In der Studie „Strategieoptionen für das digitale Zeitalter“ im Auftrag des Hochschulforums Digitalisierung erarbeiteten die Autoren vor zwei Jahren vier „Profiltypen“, an denen sich Hochschulen bei ihrer Suche nach der richtigen Strategie orientieren können: Internationalisierung, anwendungsorientierte Lehre und Individualisierung, forschungsorientierte Lehre sowie lebenslanges Lernen beziehungsweise akademische Weiterbildung. Neben diesen Typisierungen sei es wichtig anzuerkennen, dass der digitale Wandel für die Lehre weit mehr ist als eine Digitalisierung des Lehrens und Lernens. „Vielmehr meint ‚Lehre im digitalen Zeitalter‘ den Einsatz von Methoden des Lehrens und Lernens in Präsenz wie auch im virtuellen Raum, die der digitalen Welt gerecht werden und eng mit zeitgemäßen curricularen Inhalten und Studienmodellen verzahnt sind. Für diesen Wandlungsprozess brauchen Hochschulen heute eine Strategie“, sagt Julius Friedrich vom Hochschulforum Digitalisierung.

Das Hochschulforum Digitalisierung wurde 2014 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dem Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz ins Leben gerufen und wird vom Bundesbildungsministerium gefördert. Es soll neue Ideen und Zukunftsszenarien entwickeln, den Kompetenzaufbau in der Lehre voranbringen und Hochschulen bei der Strategieentwicklung unterstützen.

Unterstützung für Hochschulen

Um Hochschulen zu unterstützen, konkrete Strategien zu entwickeln, bietet das Hochschulforum Digitalisierung seit 2017 jedes Jahr für sechs ausgewählte Hochschulen eine Beratung zur Strategieentwicklung an. Zunächst müssen sich die Teilnehmer mit einer Interessensbekundung bewerben, in der sie darlegen, welche Maßnahmen zum digitalen Lehren und Lernen sie bereits getroffen haben und welche konkreten Herausforderungen sie durch die Beratung angehen wollen. Aus allen Bewerbungen – in diesem Jahr waren es rund 80 – wählte eine Expertenjury die sechs Unis aus, die in den Beratungsprozess einsteigen. 2018 sind das die Universität Bayreuth, die Kunsthochschule Berlin-Weissensee, die Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, die Hochschule Harz, die Universität Konstanz sowie die Bauhaus-Universität Weimar. Die Experten, die die teilnehmenden Unis unterstützen, stammen aus Lehre und Leitung von anderen Hochschulen und aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. 

Für die Hochschulen, die nicht für die Peer-toPeer-Beratung ausgesucht wurden, werden regelmäßig Gelegenheiten zum Austausch angeboten, unter anderem eine Strategiekonferenz am 24. September. Zudem sollen ab Ende 2018 Tools zur Verfügung gestellt werden, die die digitale Strategieentwicklung unterstützen. 2019 wird eine neue Beratungsrunde stattfinden, für die sich Hochschulen beim Hochschulforum Digitalisierung bewerben können.

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in: didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen, Ausgabe 3/2018, S. 70-71, www.didacta-magazin.de


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