Aufschub von Finanzierungsfragen beim "Bildungsgipfel" unverantwortlich

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel sagte heute in Ergänzung ihrer gestrigen Stellungnahme zum "Bildungsgipfel":

23.10.2008 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

"Wenn das Finanzsystem in Nöten ist, wird entschlossen gehandelt. Wenn das Bildungswesen Not leidet, wird eine Arbeitsgruppe gebildet.

Richtig ist, dass sich der "Bildungsgipfel" zur Fortführung des Hochschulpakts bekannt hat. Es fehlt jedoch eine verbindliche Festlegung, wie viele Studienplätze finanziert und wie diese ausgestattet sein werden. Es fehlt auch die Zusicherung einer Laufzeit bis 2020.

Richtig ist, dass der Bund sich verpflichtet, die Schaffung einer leistungsfähigen Serviceagentur zu unterstützen, um die Studienplatzvergabe zu beschleunigen. Falsch ist es aber zu suggerieren, dass so die örtlichen Zulassungsbeschränkungen reduziert werden können. Das geht nur durch die Schaffung zusätzlicher Studienplätze.

Richtig ist, dass die Länder anerkennen, dass die Betreuungsrelationen verbessert werden müssen.
Falsch ist ihre Annahme, dies ohne erhöhten Betreuungsaufwand realisieren zu können.

Es ist falsch, wenn die Länder den Eindruck erwecken, sie müssten die Hochschulen zur weiteren Reform der Studienstrukturen und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Lehre anhalten. Richtig ist, dass die Hochschulen dies längst erkannt haben, aber von den Ländern mit der Finanzierung allein gelassen werden.

Wir kommen um eine Erhöhung der Finanzausstattung der Hochschulen nicht herum. Sie benötigen in den kommenden Jahren mindestens 2,6 Milliarden € zusätzlich pro Jahr."


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