Kultusministerkonferenz

Aussichten für Lehramtsstudierende weiterhin gut

Die Kultusministerkonferenz legt eine Modellrechnung zum Lehrereinstellungsbedarf und zum Angebot an Lehrerkräften in der Bundesrepublik Deutschland für den Zeitraum 2010 – 2020 vor. Fazit ist, dass es sich weiterhin lohnt, ein Lehramtstudium aufzunehmen.

29.06.2011 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Studierende sollten jedoch vor Aufnahme eines Studiums beachten, dass es Chancenunterschiede in den westlichen und östlichen Ländern, zwischen Schularten und Fächern gibt. Die Modellrechnung stützt sich auf Angaben der Länder vom November 2010. Sie gehen jeweils aus vom Gesamtbedarf an Lehrkräften, die für die vorhandenen und prognostizierten Schülerzahlen bis 2020 als erforderlich angesehen werden. Der künftige Lehrerbedarf wird jedoch auch von Faktoren wie Klassengröße, Schulstrukturen und pädagogischen Maßnahmen beeinflusst. Die Modellrechnung der Kultusministerkonferenz weicht von anderen Untersuchungen ab, die aufgrund anderer Annahmen einen abweichenden Lehrerbedarf prognostizieren.

Die Prognose des Angebots an Lehrkräften ist ebenso von einer Reihe von Faktoren abhängig. Insbesondere machen persönliche Entscheidungen der Studierenden Trendaussagen unsicher. Öffentliche Trendaussagen zum künftigen Lehrerbedarf beeinflussen ihrerseits wiederum die Entscheidung von Studierenden, mit dem Lehramtsstudium zu beginnen.

Für den Zeitraum 2010 - 2020 können Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in Deutschland insgesamt wie folgt zusammengefasst beschrieben werden:

  1. Bei derzeit rund 795.000 hauptberuflichen Lehrkräften in Deutschland ist für den genannten Zeitraum mit einem jährlichen Einstellungsbedarf von rund 28.000 Lehrerinnen und Lehrern in den 16 deutschen Ländern zu rechnen.

  2. In den westlichen Ländern übersteigt das Angebot an Lehrkräften die Nachfrage um etwa 16 %, das heißt jährlich um rund 3.800 Lehrerinnen und Lehrer. In den östlichen Ländern besteht eine rechnerische Unterdeckung von durchschnittlich 11 %, das heißt von jährlich rund 520 Lehrkräften.

  3. Für ganz Deutschland bedeutet dies zwar, dass bis zum Jahre 2020 den Ländern rechnerisch insgesamt genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Aber die Differenzierung nach Ländern, Lehrämtern und Fächern zeigt, dass das Problem nicht besetzbarer Stellen in allen Ländern weiterhin virulent bleiben wird. Unverändert angespannt bleibt die Situation für die Lehrämter für den Sekundarbereich II (berufliche Fächer), für die beruflichen Schulen, aber auch im Sonderpädagogischen Bereich, bei denen Bedarfe über dem Angebot liegen, oder auch fächerspezifisch für beispielsweise Mathematik, Naturwissenschaften.

  4. Aus der Sicht der Lehramtsbewerberinnen und Lehramtsbewerber ist festzustellen, dass sie – persönliche Mobilität und bedarfsorientierte Fächerwahl vorausgesetzt - in ganz Deutschland im genannten Prognosezeitraum gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz in der Schule haben werden. Die Einstellungschancen in den westlichen Ländern liegen in den nächsten Jahren bei rund 90 % aller Bewerberinnen und Bewerber. In den östlichen Ländern wird der Einstellungsbedarf bis 2020 deutlich zunehmen und zu einer verstärkten Nachfrage nach Lehrkräften in allen Schulformen führen. Sofern bei den Studierenden kein größeres Interesse am Lehrerberuf geweckt werden kann, wird in den östlichen Ländern eine Mangelsituation auf dem Lehrerarbeitsmarkt eintreten.


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