Bildung gerät auf Trockendock

"Die Wirren um den Hochschulpakt zeigen überdeutlich, wie der Bildungsbereich dem Machtpoker zwischen Bund und Ländern geopfert wird", betont der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger aus aktuellem Anlass. Eckinger bekräftigt, das föderale System werde durch diese Politik erschüttert. "Der VBE vermisst bis auf den heutigen Tag den politischen Willen, eine nationale Bildungsstrategie zu entwickeln."

13.12.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

"Erst konnten die Länder den Mund nicht voll genug nehmen, jetzt geben sie zu, dass ohne die Gelder vom Bund die Hochschulen aufs Trockendock kämen." Die Exzellenzinitiative könne nicht verdecken, so Eckinger, dass die Aufteilung der Zuständigkeit für Forschung und Lehre zwischen Bund und Ländern zu einer Verzerrung des universitären Bildungsauftrags führen werde. "Das Exzellenzkriterium für Universitäten muss sich an der Güte der Lehre wie der Forschung bemessen", fordert Eckinger. "Wenn Studienrichtungen ihre Daseinsberechtigung über Drittmitteleinwerbung nachweisen müssen, darf das nicht als Exzellenz verkauft werden. Das hat fatale Auswirkungen auf die Qualität universitärer Ausbildung."

Der VBE-Bundesvorsitzende warnte davor, die Lehrerbildung an den Universitäten ins Abseits zu drängen. "Schon jetzt herrschen an vielen Universitäten unhaltbare Zustände. Seminare mit 250 Teilnehmern sind leider keine Ausnahme. Außerdem sind schleichend zahlreiche Professorenstellen in der Lehrerbildung umgewidmet worden und stehen nun nicht mehr für die Lehre zur Verfügung." Eckinger weiter: "Wir müssen uns nicht wundern, wenn Lehramtsstudierende demotiviert werden und den Eindruck gewinnen, sie sind an der Universität das fünfte Rad am Wagen."

Der VBE fordert, auch in der Lehrerausbildung Exzellenzprojekte zu initiieren. "Das wäre ein wichtiger Beitrag", unterstreicht Eckinger, "den Lehrerberuf zu stärken."


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