Bis zu 200 Mio. Euro mehr für die Wissenschaft

Hamburgs Hochschulen sollen bis 2011 finanzielle Planungssicherheit auf dem Niveau der heutigen Zuweisungen erhalten. Damit wird der seit 2002 geltende Hochschulpakt, der den Hochschulen Budget-Konstanz inklusive Inflationsausgleich und Tarifsteigerungen garantierte, im Rahmen einer neuen Vereinbarung dann insgesamt über einen Zeitraum von zehn Jahren weitergeführt. Außerdem werden Exzellenzfelder finanziell gestärkt. So fließen in den kommenden vier Jahren bis zu 200 Mio. Euro zusätzlich in die Wissenschaft.

09.01.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Mit dem "Pakt für Exzellenz und Wachstum" soll die Voraussetzung geschaffen werden, die tief greifenden Hochschulreformen in Hamburg erfolgreich umzusetzen, mehr wissenschaftliche Exzellenz zu erreichen und die Herausforderungen des durch die doppelten Abiturjahrgänge bedingten "Studentenhochs" zu bewältigen. Als Basis stellt die Freie und Hansestadt Hamburg sicher, dass die Hochschulen auch weiterhin mit einem konstanten Budget planen können; Mehrausgaben für Personal durch höhere Tarifabschlüsse sollen die Hochschulen zusätzlich von der Stadt erhalten.

Für Exzellenz bekommen die Hochschulen Extra-Geld: Wenn Hamburg in der zweiten Antragsrunde der Exzellenzinitiative erfolgreich ist, stellt die Stadt zur Finanzierung des Landesanteils von 25 Prozent zusätzliche Mittel bereit. Auch die Vernetzung mit der außeruniversitären Forschung soll verstärkt werden. Bereits im Juni 2005 haben die Ministerpräsidenten der Länder den "Pakt für Forschung und Innovation" beschlossen, der der Forschung eine deutliche Erhöhung ihrer Mittel sichert. Hamburg gibt im Rahmen dieser Vereinbarung rund 25 Mio. Euro zusätzlich für die Forschung aus.

Im Gegenzug verpflichten sich die Hochschulen, die Hochschulreform fortzusetzen, ihre Profilbildung weiter zu betreiben, die Qualität in Forschung und Lehre messbar zu verbessern sowie zusätzliche Studienanfängerplätze während des "Studierendenhochs" anzubieten.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: "Der ´Pakt für Exzellenz und Wachstum' ist eine bedeutende strategische Weichenstellung für die Hamburger Wissenschaft. Für die Umsetzung der umfangreichen Hochschulreformen und eine konsequente Orientierung an Exzellenz und Qualität in Forschung und Lehre ist es wichtig, dass die Hamburger Hochschulen eine verlässliche langfristige Planungsgrundlage haben. Für exzellente Forschung will der Senat zusätzliches Geld bereitstellen. Zugleich schaffen wir Studienchancen für die Absolventen der doppelten Abiturjahrgänge. Dank der heutigen Vereinbarung können wir den qualitätsorientierten Umbau des Hamburger Hochschulsystems abschließen und gleichzeitig das Wissenschaftssystem ausbauen."

Die Hochschulen sollen in den Jahren 2008 bis 2011 insgesamt 1.000 zusätzliche Studienanfängerplätze in Bachelor-Studiengängen (gegenüber der Leitlinienentscheidung) anbieten. Unter anderem durch die Modernisierung der Personalstruktur sowie die befristete Erhöhung des Lehrdeputats an Universitäten von acht auf neun Semesterwochenstunden soll sichergestellt werden, dass die zusätzlichen Studierenden nicht zu einer Verschlechterung der Studienbedingungen an den Hochschulen führen. Die ab Sommersemester 2007 zu erhebenden Studiengebühren kommen den Hochschulen für die Qualitätsverbesserung in der Lehre zu.

Vorgesehen ist, dass bis 2010 aufwachsend die Universität Hamburg 450, die Hochschule für angewandte Wissenschaften 400, die Technische Universität Hamburg-Harburg 100, die HafenCity Universität 35 sowie die Hochschule für bildende Künste und die Hochschule für Musik und Theater zusammen 32 Studienanfängerplätze pro Jahr anbieten. Die Hochschulen sollen mit Blick auf die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt selbst entscheiden, in welchen Fächern sie die zusätzlichen Kapazitäten schaffen. Falls Hamburg darüber hinaus weitere Studienanfängerplätze schaffen sollte, würden neben dem Basisbetrag von 12 Mio. Euro aus dem Hochschulpakt 2020 weitere Bundesmittel von bis zu 14 Mio. Euro an die Hochschulen fließen. Die Details zur Ausbauplanung sollen Ende März der Kultusministerkonferenz übermittelt werden.

Insgesamt fließen zusätzlich von 2007 bis 2010 bis zu 200 Mio. Euro in die Wissenschaft in Hamburg:

  • Ca. 50 Mio. Euro für Tarifsteigerungen (bei üblicher Tarifentwicklung)
  • 12 bis 26 Mio. Euro aus dem "Hochschulpakt 2020" für den Ausbau der Kapazitäten
  • Ca. 18 Mio. Euro aus dem "Hochschulpakt 2020" für die Vollkostenfinanzierung der DFG-Forschung (abhängig vom Erfolg der Hamburger Hochschulen bei der Gewinnung von DFG-Projekten)
  • Ca. 60 Mio. Euro Anschubfinanzierung für ein neues Max-Planck-Institut
  • 25 Mio. Euro durch den "Pakt für Forschung und Innovation"
  • Bis zu 20 Mio. Euro in der Exzellenzinitiative bei Gewinn von zwei Forschungsclustern

Der "Pakt für Exzellenz und Wachstum" ist von der Präsidentin und den Präsidenten der Hamburger Hochschulen, dem Wissenschaftssenator sowie dem Finanzsenator unterzeichnet worden. Die Vereinbarung gilt dann vorbehaltlich der Zustimmung der Bürgerschaft in den jeweiligen Haushaltsberatungen.


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