Auslandsstudium

Das EU-Bildungsprogramm ERASMUS+ und der Brexit

Die Kommission hat am 30. Januar für den Fall eines Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU ohne Abkommen („No-Deal-Brexit") ein letztes Paket an Verordnungsvorschlägen mit Notfallmaßnahmen vorgelegt.

12.02.2019 Bundesweit Artikel DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag
  • © www.pixabay.com

Neben den Bereichen EU-Haushalt 2019 und der Koordinierung der sozialen Sicherheitssysteme werden dabei auch spezielle Regelungen zum Umgang mit Maßnahmen aus dem laufenden europäischen Bildungsprogramm Erasmus+ vorgeschlagen.

Dabei beschränken sich die Vorschläge für ERASMUS+ ausdrücklich auf laufende Maßnahmen der Lernmobilität von Einzelpersonen in der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie im Bereich der Jugendförderung (Art. 7 und 13 der Erasmus+-Verordnung), die spätestens zum derzeit vorgesehenen Zeitpunkt des Brexit am 29. März 2019 begonnen haben. In diesen Fällen soll den Programmteilnehmern wie Studenten, Auszubildende oder anderen Jugendlichen aus der EU oder aus dem Vereinigten Königreich garantiert werden, dass sie ihren Aufenthalt ohne Bedingungen und ohne Unterbrechung für die vorgesehene Dauer durchführen können. Es ist davon auszugehen, dass sich im Rahmen von Erasmus+ voraussichtlich 14 000 junge Menschen aus den übrigen EU-Mitgliedstaaten im Vereinigten Königreich und umgekehrt 7000 Teilnehmer aus dem Vereinigten Königreich in der EU-27 aufhalten werden, die dann von dieser Garantie profitieren würden.

Die übrigen Maßnahmen unter Erasmus+, also auch Auslandsaufenthalte, die vor dem Austrittsdatum zugesagt, aber erst danach beginnen sollen, fallen hingegen unter die allgemeinen Übergangsvorschriften für den laufenden EU-Haushalt 2019. Demnach werden EU-Mittel, für die Empfänger im Vereinigten Königreich, die vor dem 30. März eine Zusage erhalten haben, auch im Fall eines ungeregelten Austritts im Jahr 2019 weiter ausbezahlt werden. Zwingende Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das Vereinigte Königreich seine Zahlungsverpflichtungen für 2019 gegenüber der EU erfüllt.

Die Vorschläge sind zeitlich befristet und könnten einseitig von der EU angenommen werden. Es bedarf dafür noch der Zustimmung der 27 übrigen Mitgliedstaaten (ohne Vereinigtes Königreich) und des Europäischen Parlaments. Für deutsche Programmteilnehmer aus der Beruflichen Bildung hat die Nationale Agentur in Bonn auf ihrer Website auch spezifische Hinweise erstellt, die laufend aktualisiert werden.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden