"Deutsche Universitäten können sich künftig im internationalen Wettbewerb mit Spitzenforschung profilieren"

"Herausragende Forschungskompetenz, die im internationalen Wettbewerb erfolgreich bestehen kann, wird mit diesem Konzept in Zukunft stärker als bisher das Profil der deutschen Universitäten bestimmen und diese damit auch viel besser sichtbar machen."

06.04.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Mit diesen Worten kommentierte Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg das Konzept der Bund-Länder-Kommission (BLK) für Bildungsplanung und Forschungsförderung zur Förderung der Spitzenforschung an den Universitäten.

Das Programm, das die BLK der Ministerpräsidentenkonferenz nun zur weiteren Beratung und abschließenden Billigung vorlegt, soll nach Frankenbergs Worten dazu dienen, den Forschungsstandort Deutschland zu stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. "Mein Konzept war stets, durch gezielte Forschungsförderung eine Leistungsspirale in Gang zu setzen, welche die Ausbildung von Spitzen und die Anhebung der Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Deutschland in der Breite bewirken wird", erklärte der Wissenschaftsminister am 6. April in Stuttgart.

Das von Bund und Ländern diskutierte Programmvolumen von 1,9 Mrd. Euro (380 Mio. Euro über fünf Jahre) bedeutet sehr beachtliche Zusatzmittel, die nun komplett in die Förderung von exzellenter Forschung an Universitäten fließen. Dass die Kosten bilateral vom Bund und dem jeweiligen Sitzland der Universität im Verhältnis 3 :1 getragen werden, entspreche einem Wunsch der meisten Länder, das jeweilige Sitzland allein mit der Finanzierung zu belasten, so Frankenberg. "Kein Land ist damit finanzieller Verlierer."

Die Förderung soll in drei Programmlinien erfolgen und dabei gezielt folgende Einrichtungen bzw. Strukturen unterstützen:

  • 40 Gradiertenschulen mit einem Fördervolumen von jeweils 1 Mio. Euro im Jahr

 

  • 30 Exzellenzcluster mit einer Förderung von jeweils durchschnittlich 6,5 Mio. Euro im Jahr

 

  • Gesamtstrategien für universitäre Spitzenforschung mit einem Fördervolumen von durchschnittlich jeweils 21 Mio. Euro im Jahr, wobei mindestens die Förderung eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule vorausgesetzt wird und in dem Betrag von 21 Mio. Euro geförderte Graduiertenschulen und Exzellenzcluster mit eingerechnet sind. Zusätzlich ist ein pauschaler Zuschlag von 20 Prozent zur Ausfinanzierung der indirekten Ausgaben bei allen drei Förderlinien geplant, bei vollständiger Ausschöpfung ergibt das rund 63 Mio. Euro im Jahr. Damit wird erstmalig bei der Forschungsförderung die Idee eines Vollkostenzuschlags realisiert.

Frankenberg: "Die Länder und der Bund wollen international sichtbare leistungsfähige Universitäten, die sich durch exzellente Projekte in der Forschung profilieren, aber sie wollen nicht die politische Ausrufung von Spitzenuniversitäten. Dem entspricht das heute beschlossene Programm." Die Förderung von herausragender Forschung werde mittelfristig dazu führen, dass einzelne Universitäten besonders erfolgreich sind und international entsprechendes Ansehen gewinnen. Dieses "sehr durchdachte und ausgewogene" Konzept berücksichtige auch die Zuständigkeit von Bund und Ländern. Der von der BLK vorgelegte Entwurf einer Vereinbarung von Bund und Ländern müsse nun von der Ministerpräsidentenkonferenz beraten werden.


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