Einstein-Stiftung-Berlin zur Förderung der Spitzenforschung startet 2009

Die vier Berliner Universitäten, die vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft) in Berlin und das Land haben am Mittwochnachmittag Einvernehmen über die Organisation der institutionen übergreifenden Förderung exzellenter Wissenschaft und Forschung durch eine Einstein-Stiftung-Berlin erzielt. Der Wissenschafts- und Forschungsstandort Berlin soll durch die Kombination einer Dachstiftung mit GmbHs weiterentwickelt werden, die offen angelegt ist für die zukünftige Anknüpfung anderer Verbünde und Forschungsinitiativen. Die Einstein-Stiftung-Berlin und die Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH soll bis zum Jahresende gegründet und zum Jahresbeginn 2009 handlungsfähig sein. Dazu ist eine Senatsvorlage in Vorbereitung.

17.10.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Das Einvernehmen sieht vor, exzellente Berliner Forschungsprojekte über eine wissenschaftsgeleitete Dachstiftung und eine gGmbH zu fördern. Die hieraus geförderten Wissenschaftler und Projekte aus der Medizin sowie der Geistes-, Gesellschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften verbleiben in den Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Sie werden über die Förderung aber vor allem über die Zusammenarbeit mit anderen exzellenten Wissenschaftlern zu Exzellenzträgern in ihren Muttereinrichtungen. Denn die dezentrale Instituts- bzw. Laborstruktur integriert die Exzellenz in die Fachbereiche der Universitäten und in die Abteilungen der Forschungsinstitute.

Neben den Professoren aus Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen sollen auch Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland nebenamtlich, gemeinsam und auf gleicher Augenhöhe mit den Berliner Wissenschaftlern arbeiten – sowohl in der Forschung als auch in der Betreuung von Studierenden.

1. Gründung der Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH

Diese sog. SuperStiftung, auf die sich Universitäten, Forschungseinrichtungen und Land in einem Memorandum of Understanding (MoU) am 9. Juni 2008 verständigt haben, wird mit dem Namen Einstein-Stiftung-Berlin bis zum Jahresende in Rechtsform einer gGmbH gegründet. Die Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH verfolgt wie im MoU vereinbart folgende wesentliche strategische Ziele:

  • Sichtbarkeit des Forschungsstandortes Berlin durch ein einheitliches Label
  • Ermöglichung von neuartigen Kooperationsformen zwischen Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen.
  • Evaluierung der Forschungsfelder und strategische Beratung für künftige Schwerpunkte
  • Zusammenarbeit mit Unternehmen ohne Gefährdung der Gemeinnützigkeit z.B. der Hochschulforschung
  • Flexible Institutionalisierungsmöglichkeiten für bestehende und künftige Arbeits- und Kooperationsformen der Forschung.

Organe der Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH

Die Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH wird über folgende Organe verfügen:

  • eine/n Geschäftsführer/in;
  • einen Aufsichtsrat, der aus den Präsidenten der vier Universitäten und Vertretern der vier großen Forschungseinrichtungen besteht;
  • die Wissenschaftliche Kommission, die sich aus 11 externen exzellenten Wissenschaftler/innen und 5 exzellenten Berliner Wissenschaftler/innen zusammensetzt.

Entscheidungen in der Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH

Der Aufsichtsrat der Einstein-Stiftung-Berlin gGmbh entscheidet auf der Grundlage von Voten der Wissenschaftlichen Kommission zu eingereichten Anträgen. Damit ist sichergestellt, dass die Auswahl der zu fördernden Projekte sowie die Schwerpunktsetzung in der Spitzenforschung von wissenschaftlichen Experten und nicht von der Politik vorgenommen werden. Dieses Verfahren bildet die Voraussetzung, exzellente eng kooperierende Bereiche der Berliner Forschung als Einheit nach außen sichtbar zu machen, indem ihnen ein einheitliches "Label" verliehen wird.

2. Gründung einer Dachstiftung: Einstein-Stiftung-Berlin

Um die Förderung exzellenter Wissenschaft und Forschung für private Stifter so attraktiv wie möglich zu gestalten, soll eine schlanke, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Dachstiftung als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet werden. Ähnlich wie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft soll die Einstein-Stiftung-Berlin selbständige und unselbständige Stiftungen unter ihrem Dach zusammenführen sowie national und international Zustiftungen akquirieren. Die Einstein-Stiftung-Berlin ist Alleingesellschafterin der Einstein-Stiftung-Berlin gGmbH.

Ziel und Zweck der Einstein-Stiftung-Berlin

  • Die Einstein-Stiftung-Berlin verteilt die Masterplanmittel der Forschungsoffensive.
  • Die Einstein-Stiftung-Berlin besitzt die Fähigkeit, für die unterschiedlichen Aufgabenstellungen, die operativ nicht in einer einzigen Rechtsform gelöst werden können, Tochtergesellschaften zu gründen und ihnen die Finanzmittel des Masterplans zugänglich zu machen.
  • Die Einstein-Stiftung-Berlin verteilt Zuwendungen an die Gesellschaften, welche die Aktionsfelder des Masterplans abbilden und die Fördermaßnahmen operativ umsetzen.
  • Sie wirbt Zustiftungen und weitere Fördergelder für die Umsetzung der Initiativen ein.
  • Bei Bedarf lassen sich unter dem Dach der Einstein-Stiftung-Berlin weitere Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
  • Die Einstein-Stiftung-Berlin gibt jährlich einen Bericht an das Abgeordnetenhaus ab.

Organe der Einstein-Stiftung-Berlin

Die Einstein-Stiftung-Berlin soll über drei Organe verfügen:

  • den Vorstand mit 3 festen und 2 optionalen Mitgliedern; Vorsitz und Stellvertretung bestimmt der Senat von Berlin;
  • den Stiftungsrat mit 7 Mitgliedern mit Erfahrung aus nationalen und internationalen Wissenschafts- und Forschungsstrukturen;
  • den Beirat mit bis zu 13 stimmberechtigten externen Mitgliedern, darunter den Kuratoriumsvorsitzenden der Berliner Universitäten sowie drei vom Berliner Abgeordnetenhaus zu benennende Personen des öffentlichen Lebens.

Finanzierung der Einstein-Stiftung-Berlin

Bei Errichtung der Dachstiftung ist eine Zuwendung mit einem Stiftungskapital von ca. 5 Millionen Euro (entspricht derzeit einem jährlichen Ertrag bei 4 Prozent Verzinsung von 200.000 Euro) vorgesehen, damit die Stiftung ihre laufenden Kosten aus eigenen Erträgen bestreiten kann.

Wissenschafts- und Forschungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Ziel des Masterplans Wissen schafft Berlins Zukunft ist es, langfristig und wissenschaftsgeleitet Spitzenforschungseinrichtungen nachhaltig finanziell und strukturell zukunftsfähig abzusichern. Durch die Beteiligung des Stiftungsrates sowie des Beirats der Einstein-Stiftung-Berlin mit exzellenten Wissenschaftlern und Wissenschaftsexperten ist die Stiftung wissenschaftsgeleitet. Da die Einstein-Stiftung-Berlin über zunächst jährlich 35 - 40 Millionen Euro aus Steuermitteln1 und weiteren privaten Zustiftungsmitteln Grundsatzentscheidungen treffen soll, ist eine Besetzung des Vorstandes der Einstein-Stiftung-Berlin mit dem Wissenschafts- und Forschungs- sowie dem Finanzsenator politisch wie rechtlich geboten.

Mit der Einstein-Stiftung-Berlin werden die Universitäten, die Forschungseinrichtungen und das Land die Kräfte bündeln, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die weltweite Sichtbarkeit der Berliner Wissenschaft erhöhen. Wir sind davon überzeugt, dass sich Berlin zu einem der attraktivsten Wissenschafts- und Forschungsstandorte weltweit entwickeln kann und muss.

Ich danke der Hebrew University Jerusalem für die Erlaubnis, den Namen Einsteins verwenden zu dürfen und für das Angebot, die Zusammenarbeit zwischen der Einstein-Stiftung-Berlin und der Hebrew University Jerusalem zu verstärken.

Diese Institution ist ein optimaler Katalysator und Inkubator für exzellente Wissenschaft in Berlin."


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