Experten fordern mehr Geld für Hochschulreform

(hib/SKE) Mehr Investitionen in die Hochschulen sind notwendig, um den Bologna-Prozess erfolgreich abzuschließen. Darin waren sich die Experten am Mittwochmorgen beim Fachgespräch im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung einig. Prof. Dieter Lenzen, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Martin Leitner, Geschäftsführer der HIS Hochschul-Informations-System GmbH und Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes, waren sich darüber einig, dass die Reform der Studiengänge notwendig gewesen und weitgehend geglückt sei. Es hätte allerdings von vorneherein mehr Geld zur Verfügung stehen müssen, um die Betreuung der Studenten zu verbessern.

25.06.2008 Pressemeldung Deutscher Bundestag

"Bologna war alternativlos", sagte Leitner. Die Berufsaussichten seien für Bachelor-Absolventen genauso gut wie für Absolventen mit Diplom. Allerdings durchliefen 80 Prozent der jungen Menschen einen Bachelor-Studiengang mit der festen Absicht, gleich im Anschluss den Master zu machen. Das widerspreche der Intention, den Master als einen Abschluss zu etablieren, der erst nach mehreren Jahren Berufstätigkeit und nur nach Bedarf angegangen werde. "Das könnte ein Ausdruck des Misstrauens der Studenten gegenüber dem Wert des Bachelors sein", so Leitner. Kampagnen der Wirtschaft, dass sie Absolventen mit Bachelor gerne akzeptiere, könnten eventuell helfen.

"Wir beobachten mit Bestürzung, dass die Mobilität nach der Einführung von Bachelor und Master gesunken ist", nannte Lenzen einen weiteren Kritikpunkt. Das liege auch an der Vielzahl von Veranstaltungen, die jetzt in sechs statt wie vorher acht Semestern absolviert werden müssten. Auch Praktika im Ausland seien nicht einfacher geworden. "Es fehlt eine europaübergreifende Agentur", sagte Lenzen. Außerdem seien Praktika in anderen Ländern Europas nicht so üblich wie in Deutschland, was den Austausch erschwere.

Meyer auf der Heyde betonte, dass das Betreuungsverhältnis von Dozenten und Studierenden im internationalen Vergleich noch nicht ausreichend sei. "Das zeigt, dass wir noch stark investieren müssen." Ein Hindernis für die Mobilität von Studenten sei weiterhin die Schwierigkeit, sich Leistungen aus dem Ausland anerkennen zu lassen. Außerdem fingen die Semester nicht in jedem EU-Land zum selben Zeitpunkt an.

Ansprechpartner

Deutscher Bundestag

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden