Fachhochschulen spielen wichtige Rolle im europäischen Hochschulsystem

"Die Fachhochschulen werden auch in Zukunft eine besonders wichtige Rolle im europäischen Hochschulsystem spielen. Sie sind für die Anforderungen des internationalen Wettbewerbs gut gerüstet, auch weil sie mehr als jede andere Hochschulart bewiesen haben, dass sie auf die Erfordernisse eines sich ständig wandelnden Arbeitsmarkts rasch und flexibel zu reagieren wissen", sagte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg auf der Jahrestagung des Verbandes Hochschule und Wissenschaft Baden-Württemberg (vhw), die am 17. Juni an der Fachhochschule Ulm stattfand.

17.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Der Wissenschaftsminister betonte, dass die Hochschulen den künftigen Herausforderungen nur durch Profilbildung und Differenzierung der Studienangebote erfolgreich begegnen könnten. Deshalb blieben unterschiedliche Hochschularten gefragt, so der Minister. "Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge und die neuen Dienstrechts- und Besoldungsstrukturen werden zwar die Differenzierung in Universität und Fachhochschule relativieren", sagte Frankenberg. Doch die unterschiedliche Ausrichtung der Hochschularten bleibe ein wichtiges Profilmerkmal. "Die Fachhochschulen habe ihre Stärke in der Anwendungsorientierung der wissenschaftlichen Ausbildung. Zu dieser Profilierung gehört vor allem auch, die praktischen Studiensemester beizubehalten, auch wenn dadurch die Regelstudienzeit über der von universitären Bachelor-Studiengängen liegen sollte."

Frankenberg unterstrich die Vorreiterrolle, die die Fachhochschulen bei der Umstellung auf die gestufte Studiengangstruktur einnehmen. "Mit landesweit derzeit 454 Bachelor- und Masterstudiengängen - von über 2.500 bundesweit - liegt Baden-Württemberg auf Platz 2 in der HRK-Statistik. Damit haben die Fachhochschulen doppelt so viele ihrer grundständigen Studienangebote auf den Bachelor umgestellt wie die Universitäten." Rund 20 Prozent der Masterstudiengänge an Fachhochschulen seien hierbei bereits akkreditiert, von den Masterangeboten der Universitäten lediglich 4 Prozent.

Besonderes Augenmerk müssten die Fachhochschulen auf adäquate Forschungsaktivitäten legen. "Gute Lehre, die Qualität und Anspruch verbindet, ist langfristig nur zu gewährleisten auf einer wissenschaftlichen Basis, zu der Forschung wesentlich dazugehört", so der Minister. Mit dem seit Januar 2005 geltenden neuen Landeshochschulgesetz (LHG) seien in Baden-Württemberg wichtige Voraussetzungen auch für die Forschung an den Fachhochschulen geschaffen worden. Danach ruhe die Forschungsförderung auf drei Pfeilern: der Projektförderung, die Aufwendungen für Personal finanziert, den fachübergreifenden Instituten für angewandte Forschung (IAF) sowie den Zentren für angewandte Forschung, wobei die Kompetenzen und Ressourcen auf besonders zukunftsrelevante Forschungsfelder konzentriert werden. Zudem wurden an den Fachhochschulen verschiedene Programme zur verbesserten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet.

Frankenberg unterstrich in diesem Zusammenhang die Empfehlungen des Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2002. Demnach sei Grundvoraussetzung für die wettbewerblich orientierte Neukonzeption der Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen eine längerfristige Forschungsförderung im Rahmen qualifizierter Programme für Forschung und Entwicklung, wodurch die Fachhochschulen besser in die Lage versetzt werden, Drittmittel etwa aus der Wirtschaft einzuwerben. Dem dienten auch Kompetenzzentren für anwendungsorientierte Forschung.

Entscheidend für eine verbesserte Forschungsstruktur an Fachhochschulen seien, so der Wissenschaftsminister, neue Schwerpunktprofessuren für Forschung und Entwicklung in der Besoldungsstufe W 3 sowie die Einführung eines "Mittelbaus neuen Typs" für wissenschaftliche Dienstleistungen in Forschung und Entwicklung. "Wir haben in Baden-Württemberg an den Fachhochschulen dauerhafte Rahmenstrukturen für projektunabhängige Forschung aufgebaut. Damit wird diese Hochschulart im Wettbewerb gestärkt", so Frankenberg.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden