Referendariat

Falsches Signal zum falschen Zeitpunkt

Für den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) steht seit dem Beginn der Diskussion um eine Zulassungsbeschränkung zum Referendariat fest: Jede Begrenzung muss verhindert werden! "Wir haben von Anfang an darauf hingearbeitet, dass die Staatsregierung von diesem Vorhaben absieht. Die heutigen Proteste von Studierenden und Lehrerschaft bestätigen uns in diesem Ziel", erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

02.02.2016 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Der BLLV fordert weiterhin, die Zulassungsbeschränkung komplett fallen zu lassen. Wie bisher müssen alle Hochschulabsolventen sofortigen Zugang zum Referendariat erhalten. Die Staatsregierung will dieses Recht abschaffen. Je nach prognostiziertem Bedarf will sie Bewerber bis zu drei Jahren warten lassen.

Für Fleischmann ist dies das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt: "Zwar erklärt der Kultusminister, die geplante Gesetzesänderung zunächst nicht anwenden zu wollen. Aber eine Gesetzesänderung hätte dennoch negative Auswirkungen: Sie würde viele junge Menschen verunsichern und von einem Lehramtsstudium abhalten. Gleichzeitig aber werden Lehrkräfte in vielen Bereichen dringend gesucht. Das passt nicht zusammen. Außerdem: Brauchen wir ein Gesetz, dass gar nicht angewendet werden soll?" Die geplante Änderung des Bayerischen Lehrerbildungsgesetzes lehnt sie strikt ab.

Fleischmann ist überzeugt, dass sich mit diesem Instrumentarium die Flut arbeitsloser Junglehrer nicht verhindern lässt. "Statt einer Beschränkung der Zulassung zum Referendariat brauche es Polyvalenz", sagte die BLLV-Präsidentin. Das bedeute, dass Lehrkräften der Wechsel in andere Schularten und ganz andere Berufsfelder erleichtert werden muss.

"Die Ausbildungsinhalte müssen geändert, starre Strukturen müssen aufgebrochen werden und mehr Flexibilität in der Lehrerbildung Einzug halten." Der steigende Lehrerbedarf an Grund- und Mittelschulen wäre die Chance, innerhalb der Lehrerbildung Strukturen zu überdenken.


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