Förderschullehrer jetzt auch im Saarland werden

Nach den Plänen der Landesregierung wird es künftig eine eigene 2. Phase (Vorbereitungsdienst) für das Lehramt an Förderschulen im Saarland geben. Dies teilte Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer heute (17. März 2009) vor der Landespressekonferenz mit. Damit ist eine frühzeitige Anbindung von künftigen Lehrern mit Förderschulausbildung an den Standort Saarland gegeben. Außerdem kann die Ausbildung in Anlehnung an die saarländischen Lehrpläne erfolgen. Darüber hinaus besteht nun die Möglichkeit, dass sich auch Grund- und Hauptschullehrkräfte, die bereits im Saarland unterrichten, sich bei Interesse zu Förderschullehrerinnen und Förderschullehrern wohnortnah weiterbilden können.

17.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Hintergrund der geplanten Maßnahme ist der große Bedarf an Förderschullehrern im Saarland. Derzeit sind 15,6 Stellen zu besetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ausbildung zum Förderschullehrer in anderen Bundesländern erfolgt, im Saarland bislang aber kein Vorbereitungsdienst angeboten wird.

Die Anwärterinnen und Anwärter absolvieren ihren Vorbereitungsdienst vornehmlich in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg. Es ist zunehmend schwierig, junge Förderschullehrerinnen und Förderschullehrer zu rekrutieren, weil diese häufig geographisch in der Nähe ihres Ausbildungsortes eine Anstellung suchen. Mit Beginn des kommenden Schuljahres soll der Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Förderschulen dem Studienseminar für das Lehramt für die Primarstufe und für die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5 bis 9) sowie für das Lehramt an Hauptschulen und Gesamtschulen in Püttlingen angegliedert werden. Dem bisherigen Leiter des Studienseminars, soll künftig ein/e dritter Stellvertreter/in mit ausschließlicher Zuständigkeit für das Lehramt an Förderschulen zugeordnet werden.

Inhaltlich wird die Ausbildung auf die Förderschwerpunkte Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, Blinde und Sehbehinderte sowie Gehörlose und Schwerhörige abheben.

Jährlich werden künftig bis zu 35 Absolventen entsprechend ausgebildet. Dafür sind im Vollausbau 50 Anwärterstellen erforderlich. Die Ausbildung beträgt insgesamt 18 Monate.

Die Einstellung der Bewerber erfolgt im halbjährlichen Rhythmus: jeweils zum 1. August und zum 1. Februar.


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