Frankenberg: Ringen um Exzellenz-Initiative hat sich gelohnt

Die absehbare Einigung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) auf eine Exzellenz-Initiative für die Hochschulforschung wird von Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg außerordentlich begrüßt.

15.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Der Stuttgarter Minister, der das Förderkonzept von Anfang an konstruktiv begleitet und am Beginn des Jahres mit dem Vorschlag einer "Vollkostenfinanzierung" neu vorangebracht hatte, sieht damit "gute Chancen für die deutschen und insbesondere die baden-württembergi-schen Hochschulen, mit dieser Förderinitiative sich im internationalen Wettbewerb weiter zu verbessern. Wir haben jetzt ein wissenschaftsadäquates Konzept erreicht. Das Ringen aller Länder mit dem Bund um die beste Lösung hat sich für die Hochschulen gelohnt, das Zusammenwirken der Länder mit dem Ziel einer tragfähigen Lösung hat sich letztlich ausgezahlt", erklärte Frankenberg am 15. Juni in Stuttgart im Vorfeld der BLK-Sondersitzung.

Das 1,9 Mrd. Euro umfassende Programm sieht die Förderung von ca. 30 Exzellenzclustern/Forschungsnetzwerken und ca. 40 Graduiertenschulen vor. Als dritte Förderlinie wurde jetzt festgelegt, dass zehn besonders erfolgversprechende Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der Spitzenforschung gefördert werden können. "Besonders wesentlich ist, dass mit dem jetzigen Konzept der Einstieg in die Vollkostenfinanzierung der Forschung erreicht wurde", sagte Frankenberg. "Dies war überfällig. Denn die international führende Konkurrenz in den USA und Großbritannien finanziert förderungswürdige Forschungsprojekte seit jeher komplett, inklusive der Kosten etwa für Räume und Apparaturen. Da diese Infrastrukturkosten bisher in Deutschland nicht in die Forschungsförderung einbezogen waren, hatten deutsche Hochschulen einen erheblichen Wettbewerbsnachteil." Besonders Hochschulen in Baden-Württemberg und Bayern hätten wegen ihrer überragenden Forschungsqualität dadurch, dass Projekte bisher nur zum Teil finanziert werden, ihre gute Forschungsinfrastruktur übermäßig belasten müssen.

Das Land werde die Vollkostenfinanzierung für die Gesamtförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU weiter mit Nachdruck verfolgen, betonte der Minister. Zahlreiche Wissenschaftler hätten ihn aufgefordert, in dieser Initiative nicht nachzulassen.

Mit dem "forschungsgerechten Ansatz der Vollkostenfinanzierung" (Frankenberg) waren die ins Stocken geratenen Verhandlungen über die Exzellenz-Initiative im Januar wieder in Bewegung geraten. "Nun liegt ein realisierbares Konzept vor, von dem die Hochschulen sehr profitieren werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die BLK und die Ministerpräsidentenkonferenz dem Konzept zustimmen und die Förderung danach rasch in Gang kommen kann", sagte der Minister.


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