Frankenberg unterstreicht Bedeutung von Public Private Partnership

"Wenn wir in der Wissensgesellschaft erfolgreich sein wollen, müssen wir unsere Rahmenbedingungen den Herausforderungen des globalen Wettbewerbs der Standorte anpassen", erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am Freitag, 18. März anlässlich des Abschiedssymposiums zu Ehren von Prof. Dr. Manfred Erhardt, des scheidenden Generalsekretärs des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, in Berlin.

18.03.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Frankenberg würdigte in seiner Rede die großen Verdienste von Prof. Erhardt etwa um die Gründung der Berufsakademie Baden-Württemberg und die Entwicklung der Berliner Universitäten, deren Weichen der ehemalige Wissenschaftssenator gestellt hat. "Der Generalsekretär Professor Erhardt hat die zentrale Rolle des Stifterverbandes in der wissenschaftspolitischen Diskussion gestärkt", sagte Frankenberg.

Um Wirtschaftswachstum und Wohlstand dauerhaft sichern zu können, sei für den Hochtechnologiestandort Deutschland eine enge Zusammenarbeit der Hochschulen mit der Wirtschaft unerlässlich. Für eine Kooperation auf Augenhöhe benötigen die Hochschulen eine solide Finanzierung und weitgehende Autonomie. Der Minister betonte, dass die Grundförderung in Ba-den-Württemberg trotz schwieriger Haushaltslage stabilisiert werden konnte. Bei der staatlichen Projektförderung gebe es aber systemimmanente Schwächen. "Die Forschung an unseren Hochschulen muss vollkostenfinanziert werden" forderte Frankenberg. "Es kann nicht angehen, dass das Grundbudget der Universitäten umso stärker belastet wird, je erfolgreicher staatliche Drittmittel ak-quiriert werden. Mit den für die Exzellenzinitiative vorgesehenen Mitteln in Höhe von 1,9 Mrd. Euro könnte die Deutsche Forschungsgemeinschaft zur Vollkostenfinanzierung übergehen, ohne die insgesamt zur Verfügung stehenden Forschungsmittel zu schmälern."

Um im Wettbewerb bestehen zu können, brauche die Hochschule der Zukunft neue Entscheidungsstrukturen. "Mit dem Gremienmodell nach dem Geist von ´68 kann man im Bildungswettbewerb des 21. Jahrhunderts nicht mithalten. Unsere Hochschulen brauchen Strukturen, die ihnen das notwendige Maß an Effizienz, Gestaltungs- und Handlungsfähigkeit gewähren, vergleichbar mit denen, wie sie auch Wirtschaftsunternehmen bestimmen", betonte der Minister. So habe auch das zum 1. Januar in Kraft getretene Landeshochschulgesetz die Entwicklung zu einer unternehmerischen Hochschule vorangetrieben. Gleichzeitig habe sich das Land konsequent aus der Detailsteuerung der Hochschulen zurückgezogen.

Im Punkt der Zusammenarbeit der öffentlichen Hochschulen mit der Wirtschaft betonte Frankenberg: "Wissen muss möglichst rasch in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden. Grenzen werden dort erreicht, wo die Gefahr besteht, dass die wissenschaftliche Freiheit, Objektivität und Integrität tangiert werden."

In Baden-Württemberg gebe es bereits viele gute Beispiele, wie die rund 80 Stif-tungsprofessuren an den Hochschulen, die mit ca. 120 Mio. Euro von privater Seite finanziert werden. Weiterhin seien die Berufsakademien beispielhaft für das Zusammenarbeiten von Wirtschaft und Wissenschaft. So konnten mehr als 80 Prozent der insgesamt 72.500 Absolventen unmittelbar nach Abschluss in eine reguläre Berufstätigkeit starten.


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