German University in Cairo beispielhaft für Internationalisierung des Hochschulbereichs

"Unsere Hochschulen haben viele gute und tragfähige internationale Kooperationen und entwickeln diese Beziehungen stetig weiter mit Hilfe des vom Land verstärkten internationalen Hochschulmarketings. Die Internationalisierung der Hochschulen benötigt allerdings auch herausragende Beispiele wie die ´German University Cairo´ (GUC), in der sich besonders qualifizierte und chancenreiche Kooperationsprozesse fokussieren. Daher sind wir froh, dass Baden-Württemberg auch beim Ausbau der GUC eine so entscheidende Rolle spielen kann." Dies erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 10. Februar aus Anlass seines Besuchs in Kairo, bei dem er - neben hochrangigen hochschulpolitischen Gesprächen - offiziell die neue Sportanlage der GUC eröffnete.

10.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Bei seinem Besuch in Ägypten fuhrte der Wissenschaftsminister politische Gespräche mit Hochschulminister Prof. Dr. Amr Ezzat Salama und Energieminister Professor Dr. Hassan Younis. Er traf auch mit dem Präsidenten des National Research Center, Prof. Dr. Hany El-Nazer, zusammen. Dabei wurden Möglichkeiten einer verstärkten Hochschul- und Forschungskooperation insbesondere im Bereich der Energieforschung erörtert. Die GUC soll dabei als Bindeglied zwischen ägyptischen und baden-württembergischen Hochschulen eine besondere Rolle spielen. Darüber hinaus nutzte Minister Frankenberg seinen Aufenthalt in Ägypten auch zur Präsentation des Landes als Hochschul- und Forschungsstandort in Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg International.

Die im Oktober 2003 eröffnete "German University Cairo" geht auf die Initiative einer Gruppe ägyptischer Wissenschaftler der Cairo University und ägyptischer Investoren zurück. Partnerhochschulen auf deutscher Seite sind die Universitäten Ulm und Stuttgart. Beteiligt sind ferner die Universitäten Mannheim und Tübingen. Die Investoren gruppieren sich um den in Ulm promovierten und habilitierten Prof. Dr. Ashraf Mansour, der als "Prime Founder" und als Chairman des Board of Trustees der GUC wirkt.

Die GUC wird durch den DAAD und das Land Baden-Württemberg aktiv unterstützt. Jüngstes Beispiel ist die gemeinsame Finanzierung der Ausstattung des Materialforschungslabors, das insbesondere für die Stärkung der Forschung unentbehrlich ist.

Kernidee des Projekts ist eine ägyptisch finanzierte, private Universität nach ägyptischem Recht unter Ulmer und Stuttgarter Patronage. Die baden-württembergischen Universitäten entwickeln die Curricula der einzelnen Studiengänge nach deutschem Vorbild, wirken an der Rekrutierung des Hochschulpersonals (in Ägypten und Baden-Württemberg) mit und vermitteln Professoren für Lehre und Forschung.

Der Lehrbetrieb der GUC läuft in 5 Fakultäten:

  • Information Engineering and Technology
  • Media Engineering and Technology
  • Engineering and Material Sciences
  • Management and Technology
  • Pharmacy and Biotechnology

Der Endausbau der GUC im Jahre 2007/08 ist auf ca. 10.000 Studierende angelegt. Im laufenden Wintersemester sind bereits über 2000 Studierende immatrikuliert, überwiegend Ägypter. Die Zahl der Professoren und sonstigen Wissenschaftler beträgt gegenwärtig rund 160. Hinzu kommen 103 Lehrassistenten.

Zwar ist die Unterrichts- und Verwaltungssprache an der GUC Englisch. Doch wird der besondere deutsche Charakter der GUC - neben der Verwendung deutsch ausgerichteter Lehrpläne - an dem verpflichtenden Angebot von Deutschsprachkursen und der Einrichtung eines "Deutschen Sprach- und Kulturzentrums" deutlich.

Minister Frankenberg: "Die GUC passt perfekt in die Politik des Landes zur Internationalisierung der Hochschulen. Zusammen mit dem Heidelberg-Center in Santiago de Chile werden damit auf Initiative baden-württembergischer Hochschulen zwei Vorzeigeprojekte zum Export deutscher Studienleistungen in das Ausland realisiert. Mit solchen besonderen Angeboten und dem Qualitätsprofil unserer Hochschulen generell brauchen wir die Konkurrenz der Hochschulen in den USA und Großbritannien nicht zu fürchten."


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