Gespräch mit baden-württembergischen Grundlagenforschern über den schnellsten Teilchenbeschleuniger (LHC) der Welt

Beim Besuch des Forschungszentrum "The European Organization for Nuclear Research" (CERN) in Genf am 22. und 23. Februar unterzeichnete Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg ein Kooperationsabkommen mit CERN, vertreten durch seinen Generaldirektor Dr. Robert Aymar. Studierende der Fachhochschulen können laut Vereinbarung in das "CERN Technical Student Programme" entsendet werden. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 50.000 Euro an dem Kooperationsabkommen.

23.02.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Die Übereinkunft sieht zunächst vor, dass in Zukunft jährlich bis zu sieben hochqualifizierte Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft über das "CERN Technical Student Programm" ein Praktisches Studiensemester absolvieren oder ihre Diplomarbeit beziehungsweise Masterthesis am CERN anfertigen können. Die Kooperation erstreckt sich insbesondere auf die Disziplinen Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Mechatronik und Geomatik. Nach einer Laufzeit von zwei Jahren soll das Modell auf alle Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg übertragen werden - landesweit koordiniert durch die Hochschule Karlsruhe. Auch eine Ausweitung auf die Universitäten soll diskutiert werden.

Das unterzeichnete Kooperationsabkommen stärkt nachhaltig die im Bologna-Prozess begonnene Internationalisierung der baden-württembergischen Hochschullandschaft. Ziel ist es, das internationale Profil der Hochschulen über diese Europäische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Der Unterzeichnung des Abkommens wohnten Prof. Meisel, Rektor der Hochschule Karlsruhe, sowie die ersten Studierenden, die dieses Jahr von der Hochschule Karlsruhe ans CERN entsandt werden, bei.

Der Wissenschaftsminister besichtigte im CERN den weltweit leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC), der im November 2007 in Betrieb genommen wird. Ziel der Experimente am LHC wird es sein, neue massereiche Elementarteilchen zu erzeugen und hochenergetische Zustände zu erreichen, wie sie kurz nach dem Urknall geherrscht haben. Dabei sollen neue Erkenntnisse über den Aufbau von Materie gewonnen werden.

Frankenberg informierte sich anschließend über die Forschungsarbeiten der baden-württembergischen Wissenschaftler Prof. Dr. Johanna Stachel (Universität Heidelberg), Prof. Dr. Gregor Herten (Universität Freiburg) und Prof. Dr. Thomas Müller (Universität Karlsruhe). Sie arbeiten im Bereich der Grundlagenforschung am CERN.

Als Mitgliedsland trägt die Bundesrepublik mit 130 Mio. Euro pro Jahr zu mehr als einem Fünftel (22 Prozent) an der Grundfinanzierung des Europäischen Forschungszentrums bei. Zusätzlich unterstützt das BMBF Forschungsvorhaben an Großgeräten wie dem LHC. So werden in den kommenden drei Jahren über 32 Mio. Euro an Projektmitteln bereit gestellt. Die drei beteiligten Universitäten des Landes Baden-Württemberg partizipieren daran in beträchtlichem Maße.

Das CERN ist eine 1954 gegründete internationale Großforschungseinrichtung mit derzeit 20 Mitgliedsstaaten. Es hat derzeit knapp 2600 Mitarbeiter und bietet rund 8000 Gastwissenschaftlern aus aller Welt Forschungsmöglichkeiten am CERN.

Weitere Informationen unter
www.mwk.baden-württemberg.de
www.cern.ch


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden