GEW Hessen: Vermögenssteuer statt Studiengebühren

Mit der Forderung nach Wiedereinführung der Vermögenssteuer reagiert die GEW Hessen auf die erste Lesung des "Studienbeitragsgesetzes" im Hessischen Landtag.

12.07.2006 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

"Anstatt das Studium weiter zu verteuern und Studierende abzuschrecken, sollte die Landesregierung lieber dafür sorgen, dass auch Reiche sich wieder angemessen an öffentlichen Aufgaben beteiligen," sagte die stellvertretende GEW Landesvorsitzende Carmen Ludwig in Frankfurt. Berechnungen hätten ergeben, dass bereits ein Prozent Steuer auf Vermögen über 500.000 Euro jährlich mehr als eine Milliarde Euro in die Kassen des Landes spülen würde. Mit dieser Summe ließe sich die Situation an Kindergärten, Schulen und Hochschulen ernsthaft verbessern, so die hessische GEW-Vize.

Ulrich Heinz, Sprecher der Fachgruppe Hochschule und Forschung der hessischen GEW, wies darauf hin, dass die Studierenden für die neuen Gebühren schlechtere Lehrleistungen zu erwarten hätten. Der Wissenschaftsminister wolle die Lehrpflichten des wissenschaftlichen Personals per Verordnung drastisch erhöhen. "Das Personal ist aber bereits überlastet", erklärt der Marburger Erziehungswissenschaftler. "Es kann die übrigen Aufgaben in Forschung, Entwicklung, Beratung, Krankenversorgung, Lehrbegleitung und Prüfung nicht schleifen lassen. Wer mehr Lehre halten soll, kann sie schlechter vorbereiten."

"Die Aussicht mit Schulden in die Phase des Berufseinstiegs und der Familiengründung zu gehen, wird gerade junge Leute aus bildungsfernen Schichten vom Studium abschrecken" befürchtet Nora Rothauge, Landesstudierendesprecherin der GEW. Gebühren führten aber nicht nur zu sozialem Ausschluss und weniger Studierenden, sie veränderten auch das Studium. "Gebühren führen zu finanziellem Druck, der es manchem verwehren wird, etwa einen Fachwechsel zu riskieren oder sich innerhalb oder außerhalb der Hochschule zu engagieren", die Studentin abschließend.

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GEW Hessen

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