HRK: Akkreditierung muss staatliche Genehmigung ersetzen

Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat auf seiner gestrigen Sitzung in Bonn gefordert, dass die Akkreditierung von Studiengängen und die Systemakkreditierung in allen Bundesländern die staatlichen Genehmigungsverfahren ersetzt und in Folge dessen die rechtliche Verpflichtung zur Akkreditierung in den Ländern einheitlich gestaltet wird.

15.10.2008 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

Die Akkreditierung als wissenschaftsnahe und staatsferne Form der Qualitätssicherung war mit der Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor- und Mastersystem als Ersatz der Rahmenprüfungsordnungen eingeführt worden. Damit sollte die staatliche Genehmigung von Studiengängen entfallen. Vor vier Jahren hatte die Kultusministerkonferenz verabredet, ihre Aufgabe der Genehmigung auf den Akkreditierungsrat zu übertragen.

"Die Hoffung, dass damit die Akkreditierung die staatliche Genehmigung ersetzt, hat sich in nur wenigen Bundesländern erfüllt", sagte HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel heute vor der Presse in Berlin. "Vielmehr ist es bei der Qualitätssicherung zu einer Zunahme statt zu einer Reduzierung der staatlichen Interventionen auch unterhalb der Gesetzesebene gekommen. Das läuft der Eigenverantwortung der Hochschulen für ihre Studienangebote und einem fairen Wettbewerb zwischen den Hochschulen zuwider. Es kommt zu Wettbewerbsverzerrungen für die Hochschulen in den verschiedenen Bundesländern. Die HRK fordert, dass die Akkreditierung die staatliche Genehmigung in allen Ländern ersetzt."

Weiter fordert der HRK-Senat, Beratung und Akkreditierung strikt voneinander zu trennen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Tochterunternehmen von Akkreditierungsagenturen Beratungsleistungen zum Aufbau eines Systems erbringen, welches dann vom Mutterunternehmen ein Qualitätssiegel verliehen bekommt", sagte die HRK-Präsidentin dazu. "Die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit gerade der Systemakkreditierung hängt national wie auch international entscheidend von einer klaren Trennung ab."


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