HRK: Hochschulpakt II als Schlüsselinstrument für die Hochschulbildung nutzen

Im Vorfeld der Verhandlungen zur Fortsetzung des Hochschulpakts fordert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Bund und Länder auf, sicher zu stellen, dass sich die Bedingungen für gute Lehre an den deutschen Hochschulen nachhaltig verbessern.

09.07.2008 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

Angesichts des prognostizierten Anstiegs der Studienberechtigten und der mangelnden Finanzierung des Bologna-Prozesses, der kleinere Seminare, mehr individuelle Beratungen und Prüfungen erfordert, ist der Hochschulpakt nach Auffassung der HRK ein Schlüsselinstrument für die weitere Entwicklung der Hochschulbildung in Deutschland: "Wenn jetzt nicht ausreichend investiert wird, kann weder der angestrebte Studienanfängeranteil von 40 Prozent noch eine deutliche Verringerung der Abbrecherquoten erreicht werden", erläuterte HRK-Präsidentin Professor Dr. Margret Wintermantel heute vor der Presse in Berlin.

Insgesamt benötigten die Hochschulen jährlich 2,6 Milliarden Euro zusätzlich im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2020, erneuerte die Präsidentin die HRK-Forderung. "Der Hochschulpakt II darf nicht nur die bloße Erhöhung der Studienanfängerzahlen zum Ziel haben, sondern muss auch eine deutliche qualitative Verbesserung der Lehre ermöglichen."

Stattdessen verfolgten viele Länder das Ziel, mit Hilfe möglichst kostengünstiger Studienplätze die geforderten Studienanfängerzahlen zu erreichen. "Billigstudienplätze sind aber keine Lösung. Die Kostenkalkulation pro Studienplatz muss sich an der Zahl von durchschnittlich 7.180 Euro pro Jahr orientieren. Die gewünschte Steigerung der Absolventen von ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen kann nur erreicht werden, wenn diese teuren Studienplätze auch bereit stehen."

"Die Länder müssen schließlich im Hochschulpakt II auch überprüfbare Finanzierungszusagen machen. Der Hinweis, dass die Länder die Gesamtfinanzierung sicherstellen, reicht erfahrungsgemäß nicht", erklärte Wintermantel.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden