HRK-Präsidentin: "Studierende besser unterstützen"

Ein klares Bekenntnis aller Parteien im Bundestagswahlkampf zu einer besseren Studienförderung hat die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Dr. Margret Wintermantel, heute in Bonn gefordert. In der kommenden Legislaturperiode müsse hier dringend etwas geschehen.

20.08.2009 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

"Die zu geringe Bildungsbeteiligung bedroht die Innovations- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft", sagte die HRK-Präsidentin. "Volkwirtschaftlich geht es um nicht ausgeschöpfte Bildungsreserven, individuell um verpasste Lebenschancen. Die Politik muss hier endlich den Schalter umlegen."

Gegenwärtig bekommen nur 18 Prozent aller Studierenden BAföG, nur ein knappes Drittel von ihnen eine Vollförderung. "Vor allem Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien, junge Leute mit Migrationshintergrund und Menschen, die zunächst andere Ausbildungswege beschritten haben, brauchen eine gesicherte und ausreichend hohe finanzielle Förderung", sagte die HRK-Präsidentin. Derzeit seien nicht nur die Fördersätze zu niedrig und die Einkommensgrenzen zu hoch, die Förderungsvoraussetzungen seien auch zu eng gefasst und die neue Studienstruktur nur unzureichend berücksichtigt.

Auch das Thema Stipendien müsse endlich entschlossen aufgegriffen werden. Bundesweit sollten die Wirtschaftsunternehmen durch steuerliche Anreize motiviert werden, Stipendien zu finanzieren. Nordrhein-Westfalen liefere dafür ein gutes Beispiel. "Stipendien können das BAföG weder von ihrem Verbreitungsgrad, noch von der Höhe ersetzen", sagte Wintermantel. "Sie sind aber eine wichtige Ergänzung. Nicht zuletzt die Länder sollten ihre Bemühungen verstärken, zinsgünstige Kredite gegenzufinanzieren. Wir müssen alle Kräfte bündeln, um die Studienbeteiligung in Deutschland endlich nachhaltig zu steigern."


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