HRK-Senat fordert Konsequenzen aus der Evaluierung des Akkreditierungsrats

Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat auf seiner gestrigen Sitzung in Bonn Konsequenzen aus der Evaluation des Akkreditierungsrats gefordert.

28.05.2008 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

Der Akkreditierungsrat (AR) hat den gesetzlichen Auftrag, das System der Qualitätssicherung in Studium und Lehre durch Akkreditierung von Studiengängen zu organisieren. Im Winter/Frühjahr 2007/2008 hat eine von HRK und Kultusministerkonferenz (KMK) gemeinsam berufene unabhängige Kommission die Arbeit des AR begutachtet. Kriterien waren die Erfüllung der nationalen Aufgaben und der europäischen Standards für Qualitätssicherung im Hochschulbereich. Die Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Akkreditierungsrat seinen gesetzlichen Auftrag gemäß internationaler Kriterien grundsätzlich erfüllt.

"Die HRK begrüßt dieses Ergebnis, denn es zeigt, dass das in Deutschland entwickelte System zur Qualitätssicherung an Hochschulen im Wesentlichen seiner Aufgabe gerecht wird", berichtete HRK-Präsidentin Professor Margret Wintermantel heute in Berlin. "Allerdings haben die Gutachterinnen und Gutachter gemessen an den internationalen Standards auch Defizite festgestellt. Dabei geht es um die Ressourcen und die Unabhängigkeit des Rates. Beides bestätigt die wiederholt von der HRK geäußerten Bedenken."

Die KMK wird sich demnächst ebenfalls mit dem Bericht befassen. An sie richtet die HRK die dringliche Bitte, die von der unabhängigen Kommission geforderten Schlussfolgerungen konsequent und zeitnah zu ziehen und damit ihrer Verantwortung für die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung gerecht zu werden. Notwendig sei insbesondere:

  • die Beschränkung der Mitwirkung des Staates auf den Stiftungsrat. Der Akkreditierungsrat selbst sollte ein ausschließlich fachlich besetztes Expertengremium sein;
  • eine in allen Bundesländern einheitliche und verlässliche Handhabung der Akkreditierung, die das "Akkreditierungsgefälle" von Nord nach Süd beendet. Dies betrifft sowohl die flächendeckende Durchführung der Akkreditierung wie auch den konsequenten Verzicht auf parallele staatliche Genehmigungsverfahren in allen Ländern;
  • der Wettbewerb zwischen den Akkreditierungsagenturen auf der Grundlage einheitlicher bundesweiter und europäischer Standards;
  • die Schaffung einer stabilen finanziellen Grundlage für die Arbeit des AR durch die Verdoppelung seines Etats;
  • den Aufbau einer Hochschulforschung zu den Wirkungsweisen des Systems an unabhängiger Stelle.

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