Israelische Parlamentarier zu Gast bei Staatsminister Dr. Rößler

Sachsens Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Dr. Matthias Rößler hat eine hochrangige Delegation von LIKUD-Abgeordneten der israelischen Knesset empfangen. Die Likud-Partei stellt 40 der 120 Abgeordneten des israelischen Parlaments und gehört zur Regierungskoalition.

07.09.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Der Minister für Jerusalem und die Diaspora Natan Sharansky sowie der stellvertretende Innenminister Israels Jakob Edery gehören u.a. zur Delegation. Sie ist auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Deutschland.

Während des fast zweistündigen Gespräches konnte Minister Rößler auf zahlreiche Kooperationen von Hochschulen aus Sachsen und Israel verweisen. Vor allem die Aktivitäten des Simon-Dubnow-Institutes (Universität Leipzig)*, die der Minister vorgestellt hat, wurden intensiv diskutiert und als beispielgebend von den israelischen Parlamentariern gewürdigt. Weitere Themen des Gespräches waren die Transformation der politischen Systeme des ehemaligen Ostblocks sowie die politische Lage nach der Wiedervereinigung in Deutschland.

Die Abgeordneten regten eine Vertiefung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern an. Staatsminister Rößler griff dieses Angebot auf: "Mir liegt viel an einer Verbreiterung der Kooperationen sächsischer und israelischer Hochschulen und Forschungsinstitute", so Rößler. Gerade wissenschaftliche Kooperationen würden Menschen zusammenbringen und viele Erfahrungen in die jeweils andere Lebenswelt einbringen. "Davon können wir sehr profitieren" - sagte der Minister.

Beeindruckt war der Staatsminister von der Begegnung mit Minister Natan Sharansky. Er hatte in den 70er Jahren eine Kampagne für bessere Ausreiseregelungen für Juden aus Russland nach Israel begonnen. Kurz darauf wurde er verhaftet und zu 13 Jahren verschärfter Haft verurteilt. Er wurde u. a. als Verräter und Spion der USA diffamiert. Im Zuge des Ost-West-Gefangenenaustausches wurde er 1986 in Berlin in den Westen überstellt.

*Das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig wurde auf Beschluss des Sächsischen Landtages 1995 errichtet. Seine Aufgaben sind u. a. (1) die Erforschung jüdischer Lebenswelten in Mittel- und Osteuropa in ihren Wechselbeziehungen mit der nichtjüdischen Umwelt vom Mittelalter bin zur Gegenwart, (2) die Beteiligung an der universitären Lehre, (3) und die Vertiefung und Förderung des wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit des Freistaates Sachsen mit Israel.


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